Stadt Heidelberg

A Angaben zur Kommune

Name der Stadt, der Gemeinde, des Landkreises
Stadt Heidelberg
Typ
kreisfrei
Bundesland
Baden-Württemberg
Einreichende Dienststelle
Amt für Soziales und Senioren
Name des Ansprechpartners
Dr. Nikola Jung
Funktion des Ansprechpartners
Sachgebietsleitung „Weiterentwicklung der Seniorenarbeit“
Straße/Postfach
Dantestr. 7
Postleitzahl
69115
Ort
Heidelberg
Telefon des Ansprechpartners
+49 6221 58-38050
E-Mail des Ansprechpartners
Internetadresse der Kommune

B Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" - Gemeinsam für ein seniorengerechtes Bewegungsangebot in der Kommune

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Mit dem Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" hat die Stadt Heidelberg im Bereich der Gesundheits- und Bewegungsförderung ein modernes Steuerungsinstrument etabliert, das über die Vernetzung einschlägiger Akteure aus dem öffentlichen, gemeinnützigen und wissenschaftlichen Sektor günstige Rahmenbedingungen für die Motivierung und Befähigung älterer Menschen zu Sport und Bewegung generiert. Das Netzwerk hat seit seiner Institutionalisierung 1999 vielfältige Aktivitäten entfaltet (Durchführung von Fachtagungen, repräsentative Befragung Heidelberger Senioren, Etablierung niederschwelliger Bewegungsangebote, Begleitung der Errichtung/Nutzung eines Geräteparcours). Über sein Wirken hat es den Seniorensport in Heidelberger Sportvereinen sowie das breite Bewegungsangebot in den Seniorenzentren gestärkt. Zielsetzung ist es, durch die Niederschwelligkeit der geförderten Angebote auch diejenigen Senioren zu erreichen, die normalerweise wenig sport- und bewegungsaffin sind.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Zur Entstehung des Netzwerks - Ausgangssituation und Anlass

Die Stadt Heidelberg befasst sich seit Ende der 1990er Jahre gezielt mit dem Thema "Demografischer Wandel". Zwar rechnet Heidelberg als Universitätsstadt erst ab 2030 mit einer deutlichen Abnahme der Bevölkerungszahlen, aber bereits heute lässt sich eine signifikante Erhöhung der Zahl der älteren und hochaltrigen Menschen feststellen. Waren 1970 noch 18.408 Personen (14,2% der Einwohner) in Heidelberg 65 Jahre und älter, so hat sich bis 2014 diese Zahl bereits um 4.875 auf 23.283 Personen (16,6%) erhöht. Noch deutlicher ist die Zahl der 75-Jährigen und älteren in diesem Zeitraum von 6.116 Personen (4,7% der Einwohner) auf 11.578 Personen (8,3%) gestiegen, also um einen Wert von 5.462. Für die nächsten Jahre wird ein weiterer Anstieg der Zahl der älteren Menschen ab 65 Jahre erwartet: bis 2020 auf 24.634 Personen (16,7% der Einwohner) und bis 2030 auf 27.489 Personen (18,5%).

In den Jahren 2004 bis 2006 erarbeiteten Verwaltung und Politik in Heidelberg mehrere Dokumente zur Folgenabschätzung des demografischen Wandels sowie zur Zielentwicklung, Strategie- und Maßnahmenplanung. Für den Bereich der Seniorenpolitik wurde die übergeordnete Bedeutung der Förderung eines selbstbestimmten Lebens bis ins hohe Alter festgelegt. Dies soll unter anderem durch einen Ausbau der Gesundheits- und Bewegungsförderung für Ältere erreicht werden. Zu diesem Zweck sollen Sporthallen und Schwimmbäder stärker auf die Bedürfnisse der Älteren ausgerichtet, Sportvereine zu Angebotsanpassungen motiviert und kommunale Präventionsmaßnahmen in den Stadtteilen weiterentwickelt werden. Außerdem werden eine Anpassung des öffentlichen Raumes sowie die Aufwertung von Grünanlagen als intergenerativer Begegnungsraum mit Bewegungsflächen und Spielgeräten für alle Generationen angestrebt.

Die Herausforderungen der Alterung der Gesellschaft im Zusammenhang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Bedeutung von Sport und Bewegung als wichtiger Schutzfaktor für ein gesundes Altern beschäftigen seit Langem auch weitere, zivilgesellschaftliche und wissenschaftliche Akteure in Heidelberg. Sie verbindet mit der Kommune die Überzeugung von der dringenden Notwendigkeit, mehr Anreize zur Bewegung für ältere Menschen zu schaffen und eine wachsende Bewegungsbeteiligung zu erreichen, um die festgestellte Diskrepanz zwischen der Bewegungsarmut eines großen Teils der älteren Bevölkerung einerseits und der gesundheitlichen Relevanz von Bewegung und Mobilität andererseits zu überwinden. So wurden in den 1990er Jahren erste bereichsübergreifende Initiativen, unter anderem praxisorientierte Fachtagungen, durchgeführt, um über einen kooperativen Ansatz diese Aufgabe effektiv angehen zu können. Im Oktober 1999 erfolgte die eigentliche Gründung des Netzwerks "Mehr Bewegung lebenslang" im Anschluss an eine Informationsveranstaltung für Multiplikatoren zum Thema "Ältere in Bewegung" an der Universität Heidelberg. Mit dieser Institutionalisierung der Zusammenarbeit konnte eine Offensive zur Bewegungsförderung für Senioren in Heidelberg in Gang gesetzt werden, die bis heute andauert.

Das Netzwerk - Zielsetzung, Zusammensetzung und Arbeitsweise

Das Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" ist ein Zusammenschluss öffentlicher und gesellschaftlicher Schlüsselakteure im Bereich "Bewegungsförderung für Senioren" mit der Zielsetzung der Entwicklung, Etablierung und Förderung von Strukturen und Maßnahmen für ein breites, möglichst niederschwelliges Bewegungsangebot für ältere Menschen in der Stadt. Dabei will das Netzwerk nicht nur als Impulsgeber fungieren, sondern selbst praktische Maßnahmen erproben und verstetigen.
Die Zielgruppe des Netzwerks sind alle älteren Menschen 60plus, insbesondere aber diejenigen, die eher als bewegungsfern einzustufen sind – sei es, dass sie sich der gesundheitlichen Effekte eines aktiven Lebensstils nicht bewusst sind, dass sie keine entsprechende Bewegungssozialisation erfahren haben oder von Bewegung entwöhnt sind, dass sie aus finanziellen Gründen keine kommerziellen Sportangebote wahrnehmen können oder sich vom organisierten Sport nicht angesprochen fühlen. Dementsprechend hat die Niederschwelligkeit der vom Netzwerk initiierten und durchgeführten Maßnahmen einen hohen Stellenwert. Sie sind durch Merkmale wie Sozialraum- und Lebensweltorientierung, Kostenfreiheit bzw. geringe Teilnahmegebühr, Unverbindlichkeit der Teilnahme und das Fehlen des Erfordernisses sportlicher Vorerfahrung charakterisiert.

Die Angebote sollen die Senioren auf drei Ebenen ansprechen:

  • Die Gesundheits- und Bewegungskompetenz soll gestärkt sowie das Wissen um die gesundheitliche Bedeutung körperlicher Aktivität bei älteren Menschen weiter verbreitet werden.
  • Die Senioren sollen zu einer Verhaltensänderung motiviert werden, indem passgenaue attraktive Angebote für körperliche Aktivitäten, Bewegung und Sport entwickelt und vorgehalten werden.
  • Dies soll über die Gestaltung günstiger Rahmenbedingung und die Schaffung entsprechender Strukturen im (Wohn-)Umfeld (z.B. Begegnungsstätten, Grünflächen, Aktivspielplätze) unterstützt und ge-festigt werden.

Das Netzwerk umfasst die folgenden Schlüsselakteure, die nicht nur selbst passgenaue Angebote entwickeln und umsetzen können, sondern z.T. aufgrund ihrer übergeordneten Position auch entsprechende Impulse an nachgeordnete Organisationen und Einrichtungen weitergeben:

Agaplesion Bethanien Krankenhaus Heidelberg: Das Krankenhaus ist ein modernes Geriatrisches Zentrum mit 170 Betten. Die Ärzte und Wissenschaftler sind aktiv in Forschung und Lehre und leisten überregional einen wichtigen Beitrag für die Geriatrie. Das Krankenhaus ist führend für Bewegungsangebote für hochaltrige Patienten und Menschen mit Demenz.

Akademie für Ältere: Die Akademie ist eine Bildungseinrichtung für Ältere, deren breites Angebot nahezu ausschließlich von Ehrenamtlichen vorgehalten wird. Im Portfolio der Akademie finden sich zahlreiche Angebote zur Förderung von Bewegung und Sport.

aktivijA e. V.: Der gemeinnützigen "Gesellschaft zur Förderung aktivierender Angebote in jedem Alter" liegen gerade auch die Senioren am Herzen. Für sie werden unterschiedliche Maßnahmen insbesondere im Bereich des Reha-Sports angeboten.

DRK Kreisverband Rhein-Neckar / Heidelberg e.V.: Gesundheitsförderung für Ältere ist ein Schwerpunktgebiet des Wohlfahrtsverbands. Es werden verschiedene Bewegungsprogramme wie Gymnastik, Wassergymnastik und Tanzen angeboten. Die "Aktivierende Hausbesuche" bieten außerdem Bewegungsförderung für Menschen, die ihre Wohnung nur noch schlecht verlassen können.

Institut für Gerontologie, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg: Das Institut bearbeitet in Lehre und Forschung eine breite Palette von Alternsfragen und liefert somit der Netzwerkarbeit immer wieder eine wichtige wissenschaftlich-theoretische Fundierung. Es beteiligt sich darüber hinaus an der praktischen Umsetzung von Maßnahmen zur Bewegungsförderung, nicht zuletzt durch Praxisprojekte der Studierenden.

Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis, Gesundheitsamt RNK und Heidelberg: Das Gesundheitsamt beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis zählt die Gesundheitsförderung zu seinen Schwerpunktaufgaben. Dabei werden insbesondere Verhaltensprävention und Bewegungsförderung verfolgt. Der Setting-Ansatz mit Gemeindebezug soll eine effektive Implementierung von Interventionen sichern.

Sportkreis Heidelberg: Er vertritt die Interessen der 425 Sportvereine in Heidelberg und der Region auf überfachlicher Ebene. Sein Wirken zielt auf die Entwicklung neuer Sportkonzepte, die Durchführung von Pilotprojekten und die Förderung von Gesundheitssport vor allem im Seniorenbereich.

Stadt Heidelberg, Amt für Soziales und Senioren, Sachgebiet "Weiterentwicklung der Seniorenarbeit" (Netzwerk-Koordination): Die Aufgabe des Sachgebietes ist die Entwicklung und Förderung von Maßnahmen zur Verbesserung des Wohlbefindens und der Lebensqualität aller noch in der eigenen Häuslichkeit lebender Heidelberger Senioren. Es hat außerdem die Fachaufsicht über die Heidelberger Seniorenzentren in freier Trägerschaft, die als zentrale Begegnungsstellen in den Stadtteilen wichtige Anbieter von Gesundheits- und Bewegungsmaßnahmen sind.

Stadt Heidelberg, Amt für Sport und Gesundheitsförderung: Das Amt für Sport und Gesundheitsförderung ist für die allgemeine Sportpflege, -förderung und -werbung sowie für die Gesundheitsförderung in Heidelberg verantwortlich. Ein wichtiger Aufgabenbereich ist die Förderung des "Sports für Ältere". Darüber hinaus ist der eigene Bäderbetrieb von Bedeutung.

Stadt Heidelberg, Landschafts- und Forstamt: Mit seinen Abteilungen "Stadtplatzkonzept, Planung und Bau von Grün- und Freizeitflächen, Sport- und Kleingartenanlagen" sowie "Unterhaltung der städtischen Park- und Grünflächen" ist es ein wichtiger Partner bei der Umsetzung von Projekten.

TSG Heidelberg-Rohrbach e. V: Der Verein ist der größte Sportverein in Heidelberg und hat eine lange Tradition im "Seniorensport". Die Angebote für Ältere umfassen ein breites Spektrum von Präventions- und Rehabilitationskursen, die durch qualifizierte hauptamtliche Mitarbeiter geleitet werden.

Das Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" trifft sich seit seiner Gründung in nahezu konstanter Zusammensetzung regelmäßig mindestens einmal im Quartal zu seinen regulären Treffen. Bei diesen geht es um die wechselseitige Information, die Abstimmung von Einzelstrategien und -maßnahmen, eine gemeinsame Ideenentwicklung und Öffentlichkeitsarbeit sowie um die Planung und Durchführung kooperativer Maßnahmen und Projekte. Für letztere wird bedarfsangepasst die Zusammenarbeit intensiviert und die gemeinsame Handlungsfähigkeit durch die arbeitsteilige Übernahme von Umsetzungsaufgaben gewährleistet. Die Verantwortung für das Netzwerkmanagement liegt beim Amt für Soziales und Senioren.

15 Jahre Netzwerk-Aktivitäten

Das Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" kann mittlerweile auf ein mehr als 15 Jahre andauerndes praktisches Engagement in der Bewegungsförderung für Ältere zurückblicken:

Nach seiner Gründung startete es seine Arbeit zunächst damit, in Kooperation mit den in den Stadtteilen ansässigen Sportvereinen Auftaktveranstaltungen jeweils im Stadtteil für die Menschen 60plus durchzuführen, mit dem Ziel, die Vereine sowie die Angebote vorzustellen und die älteren und alten Menschen zur Teilnahme und zum Mitmachen zu gewinnen. Ein nächster Schritt umfasste 2001/2002 die Organisation einer Veranstaltungsreihe unter dem Titel "Alter in Bewegung", die 5 verschiedene Vorträge mit unterschiedlichem Focus und einen abschließenden Tag mit praktischen Aktionen und Workshops beinhaltete.

In den Jahren 2006 und 2007 wurde das erste gemeinsame Bewegungsprojekt entwickelt und umgesetzt: die "Heidelberger Bewegungsparcours". In allen Stadtteilen wurden wohnortnahe Rundwege erschlossen, die eine Länge von ca. 3 km aufweisen und damit der von Experten empfohlenen täglich zu absolvierenden Strecke entsprechen. Sie werden von den Heidelberger Seniorenzentren betreut. (siehe Einzelprojekt 1)

2007 folgte eine weitere internationale Fachtagung unter dem Titel "Autonomie stärken – Sicherheit vermitteln". 2008 führte das Netzwerk eine repräsentative Befragung unter dem Titel "aktiv in Heidelberg" durch, um Hintergrundinformationen über das Bewegungsverhalten der Menschen 65plus zu erhalten. Ihre Ergebnisse wurden unter anderem auf einer regionalen Fachtagung vorgestellt. Sie bestätig-ten die Annahme eines erheblichen Bewegungsmangels unter einem großen Teil der Heidelberger Senioren, zeigten aber auch die vielfältigen Vorteile, die körperlich Aktive nicht in gesundheitlicher Hinsicht haben.

Außerdem gab die Untersuchung wichtige Impulse für eine Fortschreibung des Projekts "Bewegungsparcours", jetzt unter dem Titel "Heidelberger Bewegungsprogramm". Wichtige neue Elemente stellten die Einrichtung von Gehgruppen, die Ausbildung von Gehbegleitern sowie die Aufnahme von Übungen zur Verbesserung der Gehfähigkeit dar. (siehe Einzelprojekt 1)
Im Jahr 2012 setzte sich das Netzwerk dafür ein, einen kostenlosen Parcours aus Outdoor-Sportgeräten zum Training unterschiedlicher funktionaler Kompetenzen auf einer großen zentral gelegenen Grünfläche einzurichten. Es wurde vom federführenden Landschafts- und Forstamt in die Planungen stark eingebunden und konnte mit seiner Expertise die Gestaltung eines auch für Senioren gut nutzbaren Geräteparcours erreichen. (siehe Einzelprojekt 2)

2013 wurde die Idee des "Kostenlosen Bewegungstreffs" auf öffentlichen Plätzen aufgegriffen. Seit Herbst 2014 können die ersten Bewegungstreffs in mittlerweile acht Heidelberger Stadtteilen angeboten werden. Ehrenamtliche Übungsbegleiter führen niedrigschwellig einmal wöchentlich ein öffentliches Fitnesstraining für jedermann ab 50 Jahren durch. (siehe Einzelprojekt 3)

2014 wurde im Seniorenzentrum Weststadt ein "Tag der Vitalität" ausgerichtet, in dessen Rahmen Informationen und Mitmach-Angebote zu unterschiedlichen Sportarten aus aller Welt präsentiert wurden.

Zu Beginn des Jahres 2015 startete das Netzwerk mit der Umsetzung des "Senioren-Aktiv-Programms". Es handelt sich um die Fortführung einer Maßnahme zur Gesundheitsförderung Älterer, die das Institut für Gerontologie im Rahmen der Kommunalen Gesundheitskonferenz entwickelt hat. Es soll in Heidelberg stadtteilbezogen eingeführt werden, so dass den Senioren wohnortnah qualifizierte Gesundheitsberatung angeboten werden kann. Die einzelnen Veranstaltungen umfassen einen Vortrag über die Gesundheitswirksamkeit von Bewegung, wissenschaftlich fundierte individuelle Testungen der Alltags-Fitness der Teilnehmer und anschließende Einzelberatungen zur Identifizierung geeigneter Bewegungsangebote und zur Erstellung eines passgenauen Bewegungsplans, der von den Nutzern eigenständig fortgeschrieben werden kann. Nach einer großen Auftaktveranstaltung im März des Jahres finden sukzessive in allen Seniorenzentren entsprechende Angebote statt, die regelmäßig wiederholt werden sollen.

Als neues Projekt ist außerdem ein Programm in Planung, das "Bewegungstandems" fördern will: Ehrenamtlich Engagierte sollen mit dementen Senioren regelmäßig Spaziergänge unternehmen, um so deren motorische Fähigkeiten zu erhalten und ihr psychisches Wohlbefinden zu stärken. Außerdem soll demnächst die Einrichtung der durch die Dietmar-Hopp-Stiftung finanzierten alla hopp!-Anlage, d.h. eines weiteren öffentlichen Geräte-Parcours, mit fachlichem Know-How zu Gestaltung und Gerätschaften begleitet werden.

Im Übrigen wirkt sich das Engagement des Netzwerks nicht nur in seinen eigenen Aktivitäten zur Schaffung neuer und innovativer Bewegungsangebote für Senioren in Heidelberg aus. Es wirkt auch durch die Vertreter im Netzwerk in deren Einrichtungen zurück. So hat die Netzwerkarbeit im Sportkreis Heidelberg e.V. dazu geführt, dass die zahlreichen Sportvereine als Mitgliedsorganisationen dazu angeregt wurden, ihre Angebote vermehrt auf die Bedarfe von Senioren auszurichten. Eine regelmäßig neu aufgelegte Broschüre "Gesundheitssport und Sport in der 2. Lebenshälfte", die das umfangreiche Angebot der Sportvereine aus diesem Bereich zusammenführt und systematisch darstellt, illustriert sehr deutlich die erzielten Erfolge.

Auch in den Heidelberger Seniorenzentren, die in allen Stadtteilen eingerichtet sind, hat das Wirken des Netzwerks einen deutlichen Niederschlag gefunden. Die Seniorenzentren bieten heute ein breites Spektrum an niederschwelligen Bewegungsangeboten an, die sich gerade auch an Menschen richten, die nicht (mehr) sehr fit sind und daher in einem geschützten Raum etwas für ihre körperliche Leistungsfähigkeit und den Erhalt ihrer Alltagskompetenz tun möchten. Das Amt für Soziales und Senioren veröffentlicht eine regelmäßig aktualisierte Broschüre "Aktivität und Vitalität", die das breite Bewegungsangebot der Seniorenzentren übersichtlich abbildet und bewirbt.

Bilanzierung des Netzwerks

Das Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang” verwirklicht eine moderne Form der Steuerung kommunaler Entwicklungen. Heute ist weniger ein dominanter Staat gefordert als vielmehr das Zusammenspiel der relevanten staatlichen und nicht-staatlichen Akteure in komplexen, nicht-hierarchischen Arrangements. Das neue Rollenverständnis der Kommune setzt v.a. auf Unterstützung und Koordinierung der gesellschaftlichen Akteure mit ihrer spezifischen Expertise.

Der Heidelberger Ansatz zur Vernetzung und Kooperation der kommunalen Gesundheits- und Bewegungsförderung für Senioren hat sich über die letzten 15 Jahre als erfolgreiche Strategie bewährt:

  • Es ist gelungen, eine zuverlässige und dauerhafte Zusammenarbeit aller Netzwerkmitglieder zu erreichen.
  • Es blieb nicht bei Information und Beratung; vielmehr konnten viele praktische Maßnahmen angestoßen und zahlreiche gemeinsame Projekte umgesetzt werden.
  • Im Bereich der niederschwelligen Bewegungsförderung konnte die Schließung einer Lücke begonnen und eine kontinuierliche Anreicherung der Angebotslandschaft vorangetrieben werden.
  • Immer wieder gelang es, neue Trends aufzugreifen und selber als Vorreiter zu fungieren.

Gerade die Form der Steuerung durch Vernetzung und Kooperation trägt dazu bei, dass im Bereich der Heidelberger Bewegungsförderung für Senioren – neben der als zentral angesehenen und bereits ausführlich dargestellten soziallagensensiblen Ausrichtung der Arbeit – weitere wichtige Qualitätsmerkmale einer zukunftsorientierten Gesundheitsförderung umgesetzt werden können:

  • Wissenschaftliche und fachliche Fundierung: Das Netzwerk arbeitet auf der Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse und klarer Zielvorstellungen für die eigene Arbeit, die konsequent, konsistent und kohärent umgesetzt werden. Dies ist zwar nicht im Rahmen eines Gesamtkonzepts festgehalten, wird aber in Einzeldokumenten, wie z.B. Projektanträgen, explizit formuliert.
  • Evaluation/Wirkungsanalyse: Im Interesse einer wirkungsvollen Arbeit führt das Netzwerk regelmäßig zumindest einfache Evaluationen seiner Maßnahmen durch. Ein Highlight in diesem Bereich war die große repräsentative Umfrage des Jahres 2008, die wir gerne, entsprechend modifiziert, wiederholen würden.
  • Förderung von Empowerment, Eigeninitiative und Partizipation: Ein wichtiger Grundgedanke der Bewegungsförderung durch das Netzwerk sind Erhalt und Stärkung der Alltagskompetenz, um so ein möglichst langes selbstbestimmtes Leben im gewünschten Umfeld, mit sozialer Teilhabe und Chancen zur Mitgestaltung zu fördern. Viele Angebote zur körperlichen Aktivität finden durch ihre Anbindung an die Seniorenzentren in einem Setting statt, das zu weiteren Aktivitäten motiviert und befähigt.
  • Unterstützung bürgerschaftlichen Engagements: Die vom Netzwerk entwickelten Bewegungsmaßnahmen wollen auch das bürgerschaftliche Engagement der Senioren fördern. Übungs- und Gruppenleiter-Tätigkeiten und sonstige Betreuung der Maßnahmen erfolgen i.d.R. auf der Basis ehrenamtlicher Arbeit, oftmals ausgeübt durch Senioren selbst, die hier ihre Berufs- und Lebenserfahrungen gezielt zum Einsatz bringen. Als bürgerschaftliches Engagement werden auch die selbstorganisierten Gruppen gewertet, die aus Maßnahmen des Netzwerks entstanden sind.
  • Unterschiedliche Settings und ganzheitlicher Ansatz: Durch die verschiedenen Netzwerkpartner können unterschiedliche Settings und Einrichtungen genutzt sowie sozialraum- und lebensweltlich orientierte Angebote für unterschiedliche Gruppen installiert werden. Eine besondere Rolle kommt den Seniorenzentren zu, die neben Bewegungsangeboten weitere wichtige Maßnahmen zur Förderung der körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit bereit halten, angefangen bei Vorträgen zu diversen Gesundheitsthemen über Beratung und Geselligkeit bis hin zum regelmäßigen Mittagstisch.

C Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C 1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es zur Gesundheitsförderung und Prävention bei älteren Menschen in Ihrer Kommune eine schriftliche Gesamtkonzeption?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in diese Gesamtkonzeption eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Hat sich der (Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat öffentlich für Ihren Wettbewerbsbeitrag eingesetzt?: 
ja
nein

C 2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Präventionsziele Ihres Wettbewerbsbeitrags detailliert festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Zielfestlegung eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
junge Alte (55-Jährige bis 65-Jährige)
ältere Menschen (über 65-Jährige bis 80-Jährige)
hochbetagte Menschen (über 80-Jährige)
gesundheitlich/mobilitäts-eingeschränkte ältere Menschen
pflegebedürftige ältere Menschen
aktive und mobilitätsstarke ältere Menschen
ältere Migranten/Migrantinnen
sozial benachteiligte ältere Menschen
Pflegende (Angehörige)
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Welche Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung von älteren Menschen stehen in Ihrem Beitrag im Mittelpunkt?: 
kommunale Konzepte zur Bewegung- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Maßnahmen und Angebote zur Erreichung alltagsbezogener Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Bewegungsräume/Bewegungsparcours im Quartier, in Parks und Grünanlagen
barrierefreie und bewegungsförderliche Gestaltung des öffentlichen Raums
wohnortnahe Infrastrukturen
(Weiter)Entwicklung und Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs
(Weiter)Entwicklung und Ausbau von Mobilitätshilfediensten
Stärkung der Gesundheits- und Bewegungskompetenz sowie des Wissens um die gesundheitliche Bedeutung körperlicher Aktivität bei älteren Menschen
Unterstützung von Akteuren in der Kommune bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Weitere
C 25 Verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag einen generationenübergreifenden Ansatz?: 
ja
nein
C 26 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag geschlechtsspezifisch/geschlechtersensibel ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe älterer Menschen ausgerichtet?: 
ja
nein
C 28 Welche Strategie der Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Verhaltensprävention
Verhältnisprävention
Verhaltens- und Verhältnisprävention
C 29 An welche Settings und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Senioreneinrichtungen/-freizeitstätten
Altenheime
Reha-Einrichtungen
Ambulante Pflegedienste
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Quartiere
Weitere

C 3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Beitrags?: 
Gemeinde-, Stadt- bzw. Kreisrat
Bürgermeister bzw. Landrat
Gesundheitsamt
Sozialamt
Sportamt
Stadtplanungsamt
Grünflächenamt
Seniorenbeauftragte
Gleichstellungsbeauftragte
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Ärzte
Apotheken
Krankenversicherungen
Krankenhäuser
Altenheime/Pflegeheime
Reha-Einrichtungen
ambulante Pflegedienste
Seniorenberatungsstellen
Seniorenfreizeitstätten
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Stadtteilzentren/Nachbarschaftshäuser
Quartiersmanagement
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenorganisationen
Selbsthilfeeinrichtungen
Lokale Medien
Sponsoren
Stiftungen
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Wissenschaftliche Einrichtungen
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja
nein
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 35 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 35a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
C 36 Werden im Rahmen der Umsetzung Ihres Beitrags von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 36a Wenn ja, welche?: 
Kostenloser Bewegungstreff; Senioren-Aktiv-Programm
C 37 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Beitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen andernorts übernommen und eingesetzt worden?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja, welche?: 
Bewegungsparcours / Heidelberger Bewegungsprogramm

D Einzelprojekte

Einzelprojekts Nr. 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Heidelberger Bewegungsparcours / Heidelberger Bewegungsprogramm
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 14a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 15 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Anstoß und wissenschaftliche Grundlage der Heidelberger Bewegungsparcours stellten Untersu-chungen dar, die belegen, dass regelmäßige körperliche Aktivität, insbesondere tägliches Gehen von ca. drei Kilometern, das Demenzrisiko erheblich reduzieren sowie die Mobilität verbessern bzw. ihren Rückgang verhindern kann.

Vor diesem Hintergrund wurden in den Jahren 2006/2007 wohnortnahe und niederschwellige Bewegungsparcours in Heidelberg installiert. In allen Heidelberger Stadtteilen wurden vorhandene Wege so ausgeschildert, dass sie einen Rundkurs mit einer Länge von ca. drei Kilometern bilden. Die Wege wurden von Fachleuten in Zusammenarbeit mit älteren Ehrenamtlichen festgelegt. Sie beginnen und enden i.d.R. an den Seniorenzentren in den Stadtteilen, die die Bewegungsparcours betreuen und bewerben. Der erste Heidelberger Bewegungsparcours wurde 2006 öffentlichkeitswirksam zum Abschluss einer internationalen Fachtagung eröffnet; fast alle weiteren folgten noch im gleichen oder darauf folgenden Jahr.

Im Sommer 2008 führte das Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" eine repräsentative postalische Befragung zum Thema Bewegung und Mobilität bei älteren Menschen mit dem Titel "Aktiv-in-Heidelberg" durch. Die Befragung ergab u.a. eine mit zunehmendem Alter als schwerwiegend zu bezeichnende Mobilitätseinschränkung aufgrund der körperlichen Leistungsfähigkeit sowie eine eher zurückhaltende Nutzung der Heidelberger Bewegungsparcours.

Diese Befunde nahm sich das Netzwerk im Jahr 2010 zum Anlass, die Bewegungsparcours neu zu beleben und Optimierungsmöglichkeiten zu erproben. Das Netzwerk orientierte sich dabei u.a. an einem Programm von Jancey und Kollegen, um unzureichend aktive und gering motivierte Ältere mit einem begleiteten Gehprogramm an einfache körperliche Aktivitäten heranzuführen. Insbesondere wurden die folgenden Elemente neu in das Heidelberger Angebot integriert: (1) Einrichtung von regelmäßigen Gehgruppen, (2) Ausbildung und Anstellung von bezahlten und ehrenamtlichen Gehbegleitern sowie (3) Durchführung von einfachen Übungen zur Verbesserung der Gehfähigkeit.

Für die Umsetzung der erweiterten Projektidee wurden u.a. folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Vorträge in ausgewählten Seniorenzentren zur Bedeutung von Bewegung im Alter und Diskussion des Themas "regelmäßiges Gehen".
  • Erkundung der einzelnen Bewegungsparcours zu verschiedenen Aspekten, z.B. Rastmöglichkeit, Abkürzungen und Erweiterungen, Toiletten und problematische Stellen.
  • Ausbildung von Honorarkräften (Studenten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg), älteren Ehrenamtlichen (gleichberechtigte Parcoursbegleiter) und Seniorenzentrumsleitern.
  • Planung und Durchführung einer Auftaktveranstaltung am 18. Juni 2010.
  • Installierung neuer und Betreuung bestehender Gehgruppen.
  • Regelmäßige Feedbackrunden für die studentischen Gehbegleiter.
  • Versenden von ca. 20.000 Flyern an alle Älteren (65 Jahre und darüber) in Heidelberg.

Die Evaluation des Heidelberger Bewegungsprogramms nach einer Testphase und darüber hinaus führte zu folgenden Ergebnissen: Die Zahl der älteren Teilnehmer in den Gehgruppen entwickelte sich positiv. Sie konnte nach dem Start im Juni verdreifacht werden und ging auch im Herbst des Jahres nicht zurück. Viele Gehgruppen liefen auch im Herbst und Winter. Insbesondere gelang es, unzureichend aktive Ältere einzubinden.

Bis heute bestehen in nahezu allen Heidelberger Stadtteilen Gehgruppen, die sich regelmäßig wöchentlich treffen und die Bewegungsparcours selbst, aber auch diverse alternative Routen ablaufen. Gemeinsam unterwegs sind jeweils 5 – 12 Personen. Die Gruppen werden teils von ehrenamtlichen Begleitern betreut und sind teils selbstorganisiert.

Einzelprojekts Nr. 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 

Geräteparcours "Sport im Park"

D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 24a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 25 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Die Schwanenteichanlage ist die größte Grünfläche im Stadtgebiet Heidelbergs. Auf dieser großflächigen Anlage zwischen Hauptbahnhof und Innenstadt befindet sich neben dem Schwanenteich, Rasenflächen, Bepflanzungen und Wegeverbindungen auch die Heidelberger Stadtbücherei. Die Anlage entstand in den frühen 1960er Jahren und war über die vergangenen 50 Jahre stark gealtert. Im Jahr 2012 beschloss die Stadt Heidelberg daher die Überarbeitung dieser wichtigen Grünanlage.

Ziel der Planung des Landschafts- und Forstamtes war es, die mit vielfältigen Funktionen und Nutzungsansprüche belegte Schwanenteichanlage so weiträumig wie innerstädtisch möglich zu gestalten, die zuvor herrschende Kleinteiligkeit aufzulösen und sie behutsam den heutigen Bedürfnissen anzupassen und nicht zuletzt Zielsetzungen der Gesundheits- und Bewegungsförderung nachhaltig zu verfolgen. Vor diesem Hintergrund stieß die vom Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" unterstützte Idee zur Einrichtung eines Bewegungsparcours für Senioren, später "Sport im Park" genannt, bei den Entscheidungsträgern auf positive Resonanz. Auf dem Parcours sollten wetterfeste Sportgeräte installiert werden, die den Nutzern das effektive Training ihrer Koordination, Kraft, Beweglichkeit und Ausdauer ermöglichen und durch die ausgewogene Betätigung einen ganzheitlichen Fitnessansatz unterstützen. Der kostenlose Zugang sollte die Niederschwelligkeit des Angebots gewährleisten sowie Spaß und Begegnung bei gemeinsamer sportlicher Betätigung fördern.

Im Jahr 2013 erarbeitete das Landschafts- und Forstamt gemeinsam mit dem Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" die Gestaltung des neuen Bewegungsparcours, der den Bedürfnissen älterer Menschen besonders entgegenkommt. Einfluss auf die endgültige Ausgestaltung des Parcours hatte außerdem ein Prozess der Bürgerbeteiligung zur Schwanenteichanlage, an dem auch viele ältere Menschen teilnahmen. Im Rahmen eines 2-stufigen Beteiligungsverfahrens fanden im Dezember 2013 und im Februar 2014 zwei Planungsdialoge statt, bei denen vielfältige Anregungen und Hinweise aus der Bürgerschaft aufgegriffen wurden. Das Netzwerk "Mehr Bewegung lebenslang" unterstützte das Landschafts- und Forstamt bei der Durchführung dieser beiden öffentlichen Planungsgespräche aktiv.

Der Umbau der Schwanenteichanlage entsprechend der partizipatorisch abgestimmten Entwürfe begann im Jahr 2014; die Bauarbeiten konnten im Sommer 2015 abgeschlossen werden. Am 25.07.2015 fand die offizielle Eröffnung im Rahmen des Stadtteilfestes "Bergheimer Sommer" statt. Auch der durch einen Sportpädagogen betreute Geräteparcours wurde beim Fest sehr gut angenommen.

Mit dem Bewegungsparcours ist im nördlichen Bereich der Schwanenteichanlage unter dem Motto "Sport im Park" eine Fläche zur sportiven Betätigung entstanden, auf welcher heute sechs kostenlos nutzbare Outdoor-Fitnessgeräte installiert sind. Die sechs Geräte sind so platziert, dass sowohl individuelles Training als auch das Trainieren in kleinen organisierten Veranstaltungen mit Sportpädagogen möglich ist. Hinweistafeln mit Anleitungen sichern ihre fachgerechte Nutzung. Zwei Bouleflächen, ergänzt um Tische und Bänke zum Verweilen, komplettieren den Geräteparcours. Die Anlage kommt gerade auch den Nutzungsansprüchen der älteren Generation entgegen, die hier ein Übungsareal jenseits kommerzieller Fitnessstudios findet.

Seit der Eröffnung ist die Betreuung des Geräteparcours bzw. die Anleitung der Nutzer durch eine sportpädagogische Fachkraft, die von der Stadt Heidelberg beschäftigt wird, für mindestens 1 Jahr gesichert. Zweimal wöchentlich wird es in dieser Etablierungs-Phase ein Kennenlern-Angebot geben, dass auch dazu motivieren soll, auf dem Parcours nicht nur allein zu trainieren, sondern außerdem Begegnung und Gemeinschaft erlebbar macht.

Die Evaluation des Angebots "Sport im Park" erfolgt anhand des Kriteriums "Nutzerzahlen der beiden wöchentlichen Angebote". Eine vertiefende Befragung mit standardisiertem Fragebogen ist geplant.

Einzelprojekts Nr. 3

D 30 Titel des Einzelprojekts Nr. 3: 
"Der kostenlose Bewegungstreff"
D 31 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 32 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 33 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
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D 34 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 34a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 35 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Die erfolgreiche Weiterentwicklung der Heidelberger Bewegungsparcours war für das Netzwerk „Mehr Bewegung lebenslang“ ein Motivator zur Sondierung weiterer attraktiver Maßnahmen zur Ergänzung der lokalen Landschaft niederschwelliger Bewegungsangebote für Senioren. Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Outdoor-Bewegungsangeboten wie Boule oder auch Tai Chi und Qigong, die etwa in den Seniorenzentren auf große Resonanz treffen, fand die an fernöstlichen Vorbildern orientierte Idee des Parksports im Netzwerk verstärkte Aufmerksamkeit. Für diese Idee spricht nicht nur, dass der Parksport kostenfrei, unverbindlich und leicht zugänglich einfach trainierbare körperliche Betätigung ermöglicht, sondern auch durch Bewegung an der frischen Luft und im Grünen den Neigungen vieler Senioren entgegenkommt. In Verbindung mit einem sozialraumorientierten Ansatz lässt sich das Konzept selbst in einer größeren Stadt wie Heidelberg im unmittelbaren Lebensumfeld der älteren Menschen realisieren und unterstützt so auch die soziale Begegnung im Stadtteil.

Vor diesem Hintergrund entwickelte das Netzwerk in einer intensivierten Arbeitsphase von Herbst 2013 bis zum Sommer 2014 das Konzept „Der kostenlose Bewegungstreff“ sowie Maßnahmen zu seiner Umsetzung. Demnach sollen die Heidelberger Bewegungstreffs durch folgende Merkmale charakterisiert sein: ganzjähriges wöchentliches Angebot zu einem festen Termin an einem festen öffentlichen Ort, vorzugsweise in einem Park; Fitnesstraining von 30 Minuten auf niedrigem Anforderungslevel für die Teilnehmer; Durchführung durch geschulte Übungsbegleiter, die eine Aufwandsentschädigung erhalten; offenes Angebot für alle Menschen ab 50 Jahre. Die Treffs sollen sukzessive in allen Heidelberger Stadtteilen eingeführt und etabliert werden, um so allen Senioren den Zugang im unmittelbaren Wohnumfeld zu ermöglichen.

Konkret wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Sammlung und Auswertung umfangreicher Informationen über entsprechende (Pilot-)Projekte in anderen deutschen bzw. baden-württembergischen Städten.
  • Erstellung einer Handreichung zur Schulung für die Übungsbegleiter zur Durchführung zielgruppenangepasster Fitnesstrainings ohne Geräte im Freien.
  • Sondierung und Auswahl geeigneter Plätze in den Heidelberger Stadtteilen.
  • Gewinnung von Übungsbegleitern zur Einführung erster kostenloser Bewegungstreffs an fünf Plätzen in verschiedenen Heidelberger Stadtteilen als Pilotmaßnahme.
  • Gewinnung der Heidelberger Seniorenzentren als Kooperationspartner, die dauerhaft eine regelmäßige Bewerbung der Bewegungstreffs in ihren jeweiligen Stadtteilen sicherstellen und au-ßerdem als Ansprechpartner für die Übungsbegleiter sowie tatsächliche und potenzielle Teilnehmer fungieren.
  • Start einer Werbekampagne über Pressearbeit, die Verteilung von Flyern und persönliche Ansprache von älteren Menschen, um auf das Angebot aufmerksam zu machen und Teilnehmer für den Start der praktischen Umsetzung zu gewinnen.

Im Herbst 2014 gab es den Startschuss zur Einrichtung der ersten fünf kostenlosen Bewegungstreffs in fünf Heidelberger Stadtteilen, die z.T. in Parks und z.T. auf anderen gut erreichbaren öffentlichen Plätzen angeboten werden. Vier Bewegungstreffs konnten sich auf Anhieb erfolgreich etablieren und werden seither durchgängig, d.h. auch bei schlechteren Witterungsverhältnissen und während der Wintermonate, mit jeweils ca. 10 Teilnehmern durchgeführt (ein Treff aktiviert sogar regelmäßig zwischen 20 und 30 ältere Personen).

Im Frühjahr 2015 wurde eine weitere Runde der Angebots-Etablierung eingeläutet, so dass bis zum Sommer 2015 vier weitere Bewegungstreffs eingerichtet werden konnten, darunter der erfolglose Treff aus der ersten Runde. Auch für die neuen Bewegungstreffs konnten im Fitnesstraining erfahrene Personen gewonnen werden. Den Übungsbegleitern wird eine fachliche Beratung angeboten sowie die Möglichkeiten zur Teilnahme an zentral organisierten Treffen zum Erfahrungsaustausch.

E Anlagen