Stadt Gera

A Angaben zur Kommune

Name der Stadt, der Gemeinde, des Landkreises
Stadt Gera
Typ
kreisfrei
Bundesland
Thüringen
Einreichende Dienststelle
FD Gesundheit
Name des Ansprechpartners
Monika Jorzik
Funktion des Ansprechpartners
Fachdienstleiterin
Straße/Postfach
Kornmarkt 12
Postleitzahl
7545
Ort
Gera
Telefon des Ansprechpartners
+49 365 838-3500
Telefax des Ansprechpartners
+49 365 838-3505
E-Mail des Ansprechpartners
Internetadresse der Kommune

B Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Gesundheit im Alter- kein Zufall im kommunalen Netz(werk)

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

"Im Fokus für ein gesundes Leben in der Stadt stehen die Prävention und die Gesundheitsförderung für alle Bevölkerungsschichten." (Auszug aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK Gera2030, Mai 2014).

In Gera sind in den vergangenen Jahren hervorragende Aktivitäten zur Förderung der Gesundheit und Mobilität von Älteren entstanden. Im November 2014 gründete sich das Netzwerk "Gesunde Kommune" mit Akteuren, die die gesundheitsförderliche Gestaltung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Kommune im Fokus haben. Ziel der Netzwerkarbeit ist, das Kennenlernen, der fachliche Austausch, die stärkere Verzahnung und die zielgerechte Konzipierung und Planung der  gesundheitsfördernden Maßnahmen anhand des Modells einer Präventionskette nicht nur für Kinder und Jugendliche sondern für alle Generationen.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangssituation

Gera ist eine kreisfreie Stadt und zugleich Oberzentrum im Osten von Thüringen, im Flusstal der Weißen Elster. Gera hat jetzt knapp unter 100 000 Einwohner.

Im Mai 2014 hat der Stadtrat das Integrierte Stadtentwicklungskonzept Gera2030 beschlossen. Im Oktober 2014 wurde der erste integrierte Sozialbericht in Gera vorgelegt. Mit Vorlage des ersten integrierten Sozialberichtes wurde eine Ausgangsanalyse erstellt.

  • 85% der Geraer wohnen in den urbanen Gebieten, 15% auf den zu Gera gehörenden Dörfern.
  • Ende 2012 ist fast jeder zweite älter als 50 Jahre.
  • Die Geraer Stadtteile unterscheiden sich sehr: zwischen Innenstadt als jüngstem Teil der Stadt (43,57 Jahre) und Lusan- Zentrum (51,07 Jahre) als ältesten, liegen immerhin fast acht Jahre.
  • Die Geraer waren 2012 mit einem Durchschnittsalter von 47,3 Jahren  im Durchschnitt älter als die Thüringer (46 Jahre) und auch die Bevölkerung der Bundesrepublik (45,7 Jahre) insgesamt.
  • 2012 lebten 1.753 Ausländer in der Stadt. Das sind 1,7% der Geraer Wohnbevölkerung. Unter den kreisfreien Städten Thüringens ist Gera die mit dem geringsten Ausländeranteil.
  • 2012 waren nach den vorliegenden Daten 761 Menschen auf Leistungen zur Grundsicherung angewiesen, davon lebten 103 in Einrichtungen.
  • In Gera leben insgesamt 17 210 Menschen mit Behinderung. Rund 11.170 haben einen Grad der Behinderung von 50% und mehr, das sind 12% der Gesamtbevölkerung. Über die Hälfte von ihnen ist über 60 Jahre alt.
  • Der Anteil der Pflegebedürftigen an der Bevölkerung lag 2011 bei 4% und damit höher als der Thüringer Durchschnitt von 3,7%. Rund 28% der Pflegebedürftigen werden stationär gepflegt.

Eine Bedarfsanalyse für Sport- und Bewegungsprogramme im Raum Gera für Personen ab 60 Jahre wurde von Studenten der SRH-Fachhochschule für Gesundheit im Rahmen einer wissenschaftlichen Arbeit im April 2015 vorgelegt. Nach dieser Studie gab die Mehrheit der befragten älteren Menschen an, dass ihnen Bewegung im Alltag wichtig bis sehr wichtig ist und sie selbst auch schon aktiv waren bzw. sind.  Die sozialen Kontakte spielen bei den Aktivitäten eine große Rolle. Die Arztpraxis wird als wichtiges soziales Zentrum auch im Zusammenhang mit der Information über Sport- und Bewegungsprogramme gesehen. Die Befragten bevorzugen Angebote in den Vormittagsstunden. Geschlechtsspezifische Unterschiede ließen sich in dieser Befragung nicht ausmachen.

Die Stadt Gera ist Mitglied im gesunden Städte-Netzwerk und kooperiert mit dem Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit im kommunalen Partnerprozess "Gesund aufwachsen für alle!".

Anlass (konkrete Auslöser/Gründe für den Ansatz/die Maßnahmen)

Das Durchschnittsalter wird 2030 auf über 50 Jahre anwachsen, in manchen Stadtteilen, insbesondere in Lusan, Debschwitz und Bieblach weit darüber. Der Anteil der Seniorinnen und Senioren an der Gesamtzahl der Einwohner der Stadt Gera steigt und wird auch künftig weiter wachsen. Lebten in Gera 2012 etwa 25 450 über 65-Jährige werden es 2030 nach den Prognosen etwa 27.000 sein. Also fast jeder dritte Geraer ist dann älter als 65 Jahre.

In Gera gibt es bereits eine Vielzahl von Akteuren und  Angeboten,  die auf gesundes Verhalten (Verhaltensprävention) ausgerichtet sind. Ebenso gab und gibt es im Rahmen von Förderprogrammen wie das der "Sozialen Stadt", "Stadtumbau Ost" oder im Rahmen der der BUGA 2007 seit den 90iger Jahren städtebauliche Maßnahmen in Verbindung mit Investitionen, die auf eine gesunde und lebenswertere Stadt ausgerichtet waren bzw. sind und die Mobilität im Alltag fördern (Hofwiesenpark, Radweg). Des Weiteren ist die Gesundheitsbranche in Gera bei ca. 330 Unternehmen mit Tätigkeit in dieser Branche und über 6.000 Beschäftigten stark vertreten.

Während des Prozesses der Erarbeitung des ISEK Gera2030 wurde in einer breit angelegten Beteiligungsphase die Ausgangslage  analysiert, vorhandene Aktivitäten und Ressourcen erfasst, Stärken und Schwächen und Entwicklungspotentiale herausgearbeitet. Unter anderem wurden folgende Ziele festgelegt:

  • Sozialgerechte Stadt mit Bürgersinn
    Familienfreundliches Gera gestalten, der Jugend eine Zukunft geben, alle gleichberechtigt beteiligen und in Vielfalt zusammenleben, gesundes und aktives Leben gestalten
  • Lebenswerte Stadt mit urbaner Mitte
    lebendige Geraer Kultur stärken, Gera als Sportstadt etablieren, Unverwechselbare Wohngebiete mit Flair, Grünstadt Gera umfassend klimagerecht weiterentwickeln, den ländlichen Raum Geras stabilisieren und integrieren, Gera als ‘Stadt am Fluss‘ zeigen

In diesen Zielen des Stadtentwicklungskonzeptes ist mit Blick auf die demografische Entwicklung stets die Zielgruppe – ältere Menschen – integriert und eingebunden. Dies können Sie im Konzept nachlesen.

Konzeption, Ziele, Zielgruppen

Mit dem Ziel, die gemeinsame Verantwortung für Gesundheit sichtbar zu machen, die vorhandenen Angebote bedarfsgerecht auszurichten und die Aktivitäten wirkungsvoll zu bündeln  wurde im November 2014 das Netzwerk "Gesunde Kommune" ins Leben gerufen. Damit soll auf kommunaler Ebene die Gesundheitsförderung nachhaltig verankert  und die Verantwortung der Kommune für die gesundheitsfördernde Gestaltung der Lebens- und Arbeitsbedingungen in Gera durch Koordinierung des Prozesses gestärkt werden. Grundlage für die Zielentwicklung im Netzwerk Gesunde Kommune waren die Ziele des ISEK Gera2030.

Schon in der ersten Veranstaltung verständigten sich die Beteiligten, u.a. Vertreter des Seniorenbeirats, dazu, dass unter Beachtung der demografischen Entwicklung der Fokus der Gesundheitsförderung bei Gestaltung einer Präventionskette nicht nur auf dem "Gesunden Aufwachsen für alle" liegt, sondern gerade die Angebote für die ältere Generation in den Blick genommen werden müssen. Dabei sollen die vielen schon vorhandenen Projekte bzw. Angebote betrachtet, miteinander verknüpft, transparent gemacht bzw. der bessere Zugang der Zielgruppe ermöglicht werden.

Vorgehen und Umsetzung

Das Netzwerk "Gesunde Kommune" hat sich im November 2014 das erste Mal getroffen.
Im Netzwerk arbeiten bisher Vertreter von Krankenkassen, aus verschiedenen Fachdiensten der Stadtverwaltung, von Selbsthilfegruppen, des Stadtsportbundes, des Seniorenbeirats, aus dem Familienzentrum, Bildungseinrichtungen, Wohnungsgesellschaften und Ehrenamtliche zusammen. Darüber hinaus bestehen Kontakte zum ansässigen Klinikum und Ärzten, zu Pflegeeinrichtungen, zur Arbeitsagentur, zum Jobcenter und zur Stadtentwicklung.  Das Netzwerk wird von der Agethur, der Landesarbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung in Thüringen, unterstützt. Die Fachdienstleiterin Gesundheit der Stadt Gera koordiniert die Arbeit des Netzwerkes. Die Teilnehmer tauschen sich aus, stellen ihre Leistungen und gesundheitsfördernden Angebote und Projekte vor, haben sich zu gemeinsamen Zielen verständigt, ihre Arbeitsstruktur im Netzwerk diskutiert und sich mit dem Modell "Präventionskette" auseinandergesetzt.

Des Weiteren wurden die gemeinsamen konkreten Ziele und Maßnahmen für die kommenden drei Jahre im Rahmen des Verfahrens zum Audit "Familiengerechte Kommune" diskutiert und in der Zielvereinbarung zum Audit vom Stadtrat im Mai 2015 beschlossen. Die Ziele und Maßnahmen des Netzwerkes "Gesunde Kommune" sind in die Ziele und Maßnahmen des Audits Familiengerechte Kommune für die kommenden 3 Jahre eingebunden. (Anlage Zielvereinbarung Audit).

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass in dem Familienbegriff die Zielgruppe der Älteren integriert ist. Darauf verständigten sich die Teilnehmer/innen am Audit familiengerechte Kommune. Auch  wollen wir das Modell der Präventionskette nicht nur die ersten Lebensphasen bis zum Berufsabschluss, sondern auch auf die weiteren Lebensphasen – Erwerbstätigkeit und Ruhestand anwenden.

Ergebnisse und Erreichtes

Wir stellen im Rahmen dieses Wettbewerbs unter Punkt D  3 Einzelprojekte von Netzwerkpartnern vor, die als Beispiele für wirksame städtebauliche Maßnahmen, für Bewegungsangebote im Quartier und Verhaltensprävention einer ausgewählten Zielgruppe stehen und die beispielgebend für andere Partner zur Förderung der Mobilität und Gesundheit von Älteren sind.
Die Beiträge sollen zeigen, dass die Maßnahmen ganzheitlich und umfassend angelegt sind und unterschiedliche Zielgruppen und Settings, verhaltens- als auch verhältnispräventiv sind. Darüber hinaus sind folgende Initiativen der Netzwerkpartner zur Förderung der Gesundheit von Älteren in Gera zumindest erwähnenswert.

Mit Angeboten zur gesellschaftlichen Teilhabe, Bewegung und Förderung der Mobilität älterer Menschen werden im Rahmen der Stadtentwicklung (soziale Stadt) gute Angebote zur Begegnung und Kommunikation geschaffen und erhalten. Sehr erfolgreich sind ca. 35  Begegnungsstätten teilweise auch mit einem Sozialmanagement in den Quartieren, gestaltet und gefördert durch die Wohnungsgesellschaften. Neben Lebensfreude sollen die Angebote die Selbstständigkeit der Senioren und Seniorinnen erhalten und/oder ausweiten, zur Auseinandersetzung mit der neuen Rolle als älterer Mensch einladen, Toleranz und Solidarität untereinander sowie die Eigenverantwortung fördern und zum Dialog mit und zu Beziehungen zwischen den Generationen anregen.

Ein weiteres sehr erfolgreiches Modell für die niedrigschwellige Beratung, die Koordinierung und Initiierung von bedarfsgerechten Angeboten für Bewegung und Förderung der Mobilität ist die Einrichtung von Stadtteilbüros in den Stadtteilen, wo viele ältere Menschen wohnen, in Gera-Lusan und in Gera-Bieblach. Im Stadtzentrum sind der Seniorenbeirat, der sich aus Mitgliedern von Seniorenorganisationen, Vereinen und Verbänden zusammensetzt und das Seniorenbüro in der Ehrenamtszentrale  Ansprechpartner für die Belange der älteren Generation. Im Seniorenpolitischen Konzept sind die wesentlichen Maßnahmen zur aktiven Teilhabe von Seniorinnen und Senioren enthalten.

Ganz wesentlich in den Quartieren ist, die unterschiedlichen Akteure – vor allem aber die Bevölkerung der Quartiere – umfassend in die Diskussion und die Umsetzung einzubeziehen. Nur so gelingt es, "Quartiersentwicklungsprozesse" in Gang zu setzen, die die sozialen Problemgebiete nachhaltig und selbständig entwickeln. In dem Stadteilbüro ist mindestens eine Sozialarbeiterin vor Ort, die als "Kümmerer" die Angebote der im Stadtteil tätigen Vereine, Verbände, Unternehmen etc. bekannt macht,  Netzwerke koordiniert und Initiativen anschiebt.

Eine Initiative war die Einrichtung des Mehrgenerationenhauses im Stadtgebiet Bieblach-Ost seit Mai 2008. Im Mehrgenerationenhaus gibt es ein vielseitig ausgerichtetes Sportangebot für Ältere, mindestens einmal wöchentlich am Vormittag. Gymnastik, Pezzi-Ball, Ballance-Pad, Gedächtnistraining, Radtour, Organisation von Schwimmen u.a. gehören dazu. Ganz selbstverständlich trifft sich die Sportgruppe in der Einrichtung auch zum Rommè, zu Grillabenden und Kaffee-Runden. Da sich in diesem Begegnungszentrum Jung und Alt treffen, hat sich aus diesem Bewegungsangebot für Ältere ein Zugewinn für die Tätigkeit des Kinder- und Jugendzentrums ergeben. Sehr gern backen die Senioren mit den Kindern gemeinsam, betreuen die Senioren gern einmal die Kinder bei ihren Aktivitäten oder die Gartenanlage wird gemeinsam gestaltet. So profitieren die "Alten" von den "Jungen" und umgekehrt. Diese generative soziale Arbeit fördert das Zusammenleben und die Mobilität aller.

In den insgesamt 110 Sportvereinen bewegen sich insgesamt mehr als 5.000 ältere Bürger (50+). Jährlich werden mindestens 2 Sport-Aktiv-Tage "50 Plus" für Jedermann zum Schnuppern angeboten. Darüber hinaus sind Nordic-Walking Gruppen und Herzsportgruppen im Rahmen der Selbsthilfe aktiv. Nach dem ersten Netzwerktreffen haben sich Netzwerkpartner zusammen getan und im Frühjahr einen Bewegungstreff im Hofwiesenpark im Rahmen der Thüringer Gesundheitswoche organisiert. Über 70 Teilnehmer/innen haben sich ohne Wettkampfstress eine Stunde im Park bewegt, sind langsam oder schnell gelaufen und allein das Bewegen in der Gemeinsamkeit hat Spaß gemacht. Der jüngste Teilnehmer war jünger als ein Jahr, der Älteste über 80.  An Tanzschulen wird Tanzen für Ältere groß geschrieben, Tanzen ist Therapie für Leib und Seele"  mit diesen Gedanken initiiert eine Seniorentrainerin zweimal im Monat Tanznachmittage in einem Stadtteil. Musik bringt das Gemüt zum Schwingen, die Gelenke in Bewegung und führt aus Einsamkeit und Isolation in soziales Miteinander. Geistige und körperliche Kräfte werden mobilisiert.

Die Geraer Volkshochschule im Zentrum der Stadt hat mit Gesundheitskursen für die Älteren ein vielfältiges Programm entwickelt. Im Angebot waren zum Beispiel  im Jahr 2014 4 Kurse mit  Teilnehmern älter als 70 Jahre.  Ganz neu startet in diesem Jahr der Kurs "Sicher mit dem Rollator unterwegs – Rollatorführerschein".

Im Rahmen des Projektes "Demenzfreundliche Kommune" der Robert Bosch Stiftung hat sich in Gera ein Demenz-Hilfenetzwerk bzw. lokale Allianzen etabliert. Akteure organisieren biografische Stadtspaziergänge speziell für von Demenz Betroffene, d.h. für Erkrankte und Ihre Angehörigen. An Demenz erkrankte Menschen können während biografischer Stadtspaziergänge ihre Koordination und Wahrnehmung trainieren, mit allen Sinnen aktiv werden. Gehen und Stehen, Sehen und Zeigen, Zuhören und Fragen wechseln einander ab und bringen so Körper und Geist der Teilnehmer in Bewegung.

Seit 2012 wurde ein Begleitdienst für mobilitätseingeschränkte hilfebedürftige Personen in der Stadt Gera geschaffen. Die Mobillotsen geben mobilitätseingeschränkten Personen Hilfestellung bei der Orientierung in der Stadt Gera und bei der Bewältigung von Wegen mit öffentlichen Verkehrsmitteln und somit auch Sicherheit und Vertrauen in die eigene Mobilität. Angeboten werden Hilfestellungen auf dem Weg von der Wohnung zu den Einrichtungen bzw. zu den Haltestellen der öffentlichen Verkehrsmittel, beim Ticketkauf, beim Ein- und Aussteigen in Busse und Straßenbahnen, während der Fahrt sowie bis zum jeweiligen Ziel. Für viele Menschen mit Körper- oder Sinnesbehinderungen, für ältere Menschen oder mobilitätseingeschränkte Bürger ist der kostenlose Begleitservice inzwischen unentbehrlich geworden. Das zeigen positive Reaktionen von den begleiteten Bürgern in der Öffentlichkeit. Die größte Anzahl an Begleitungen wird zum Arzt oder zu Therapien gewünscht, gefolgt von Freizeitaktivitäten und Behördengängen.

In der Kommune ist einerseits die Vielfalt des Angebots wichtig, andererseits lässt Vielfalt häufig auch die Transparenz vermissen. Deshalb setzen wir in den kommenden drei Jahren einen Schwerpunkt darauf, die Angebote transparent zu machen (Audit familiengerechte Kommune), aufeinander abzustimmen und der Zielgruppe näher zu bringen. Zum einen sollen Interessierte nicht nur zufällig über ein Angebot stolpern, zum anderen möchten wir analysieren, welche Angebote mehr oder weniger gefragt sind bzw. soziallagensensibel auch ankommen. Ein Preisgeld möchten wir für den Ausbau des Fach- und Familieninformationssystems durch Erweiterung des Portal "Familienprofis für Thüringen" für Frühe Hilfen (www.familienprofis-thueringen.de) verwenden. Damit könnten die gesundheitsfördernden Angebote für Fachpersonal (z.B. Ärzte als Grundlage für deren Beratung, für Sozialarbeiter u.a.) als auch für die Zielgruppen schnell und vor allem stets aktuell, nach Inhalt und Zeitpunkt und mit allen Kontaktdaten elektronisch, aber auch auf dem "Handzettel" sichtbar gemacht werden. Zum Einen können sich die Fachkräfte und Anbieter untereinander informieren und kontaktieren und zum anderen entsteht ein themenübergreifender Angebotswegweiser. Mit diesem sollen Angebote aus den verschiedenen Bereichen, wie Bildung, Soziales, Gesundheit oder Kultur schnell und einfach sichtbar gemacht werden. Da wir mit anderen Kommunen in der Region  hier zusammenarbeiten, entsteht auch ein regionales Informationssystem, welches an den Stadtgrenzen nicht halt macht.

In der Zielvereinbarung zum Audit familiengerechte Kommune ist diese Maßnahme unter dem Punkt 4.1.2. formuliert. Die Projekteinführungskosten zuzüglich Bekanntmachung über Medien und Werbeträger sind mit  ca. 7.500 Euro kalkuliert. Diese finanziellen Mittel konnten bisher nicht in der Haushaltsplanung der Stadt Gera berücksichtigt werden und die haushaltssichernden Maßnahmen lassen uns für diese  Investition auch keinen Spielraum.

C Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C 1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es zur Gesundheitsförderung und Prävention bei älteren Menschen in Ihrer Kommune eine schriftliche Gesamtkonzeption?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in diese Gesamtkonzeption eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Hat sich der (Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat öffentlich für Ihren Wettbewerbsbeitrag eingesetzt?: 
ja
nein

C 2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Präventionsziele Ihres Wettbewerbsbeitrags detailliert festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Zielfestlegung eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
junge Alte (55-Jährige bis 65-Jährige)
ältere Menschen (über 65-Jährige bis 80-Jährige)
hochbetagte Menschen (über 80-Jährige)
gesundheitlich/mobilitäts-eingeschränkte ältere Menschen
pflegebedürftige ältere Menschen
aktive und mobilitätsstarke ältere Menschen
ältere Migranten/Migrantinnen
sozial benachteiligte ältere Menschen
Pflegende (Angehörige)
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Welche Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung von älteren Menschen stehen in Ihrem Beitrag im Mittelpunkt?: 
kommunale Konzepte zur Bewegung- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Maßnahmen und Angebote zur Erreichung alltagsbezogener Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Bewegungsräume/Bewegungsparcours im Quartier, in Parks und Grünanlagen
barrierefreie und bewegungsförderliche Gestaltung des öffentlichen Raums
wohnortnahe Infrastrukturen
(Weiter)Entwicklung und Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs
(Weiter)Entwicklung und Ausbau von Mobilitätshilfediensten
Stärkung der Gesundheits- und Bewegungskompetenz sowie des Wissens um die gesundheitliche Bedeutung körperlicher Aktivität bei älteren Menschen
Unterstützung von Akteuren in der Kommune bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Weitere
C 24a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Transparenz der vorhanden Angebote herstellen Zugang zu den Angeboten ermöglichen
C 25 Verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag einen generationenübergreifenden Ansatz?: 
ja
nein
C 26 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag geschlechtsspezifisch/geschlechtersensibel ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe älterer Menschen ausgerichtet?: 
ja
nein
C 28 Welche Strategie der Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Verhaltensprävention
Verhältnisprävention
Verhaltens- und Verhältnisprävention
C 29 An welche Settings und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Senioreneinrichtungen/-freizeitstätten
Altenheime
Reha-Einrichtungen
Ambulante Pflegedienste
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Quartiere
Weitere
C 29a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Familie

C 3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Beitrags?: 
Gemeinde-, Stadt- bzw. Kreisrat
Bürgermeister bzw. Landrat
Gesundheitsamt
Sozialamt
Sportamt
Stadtplanungsamt
Grünflächenamt
Seniorenbeauftragte
Gleichstellungsbeauftragte
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Behindertenbeauftragte, Volkshochschule
C 31 Welche verwaltungsexternen Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Ärzte
Apotheken
Krankenversicherungen
Krankenhäuser
Altenheime/Pflegeheime
Reha-Einrichtungen
ambulante Pflegedienste
Seniorenberatungsstellen
Seniorenfreizeitstätten
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Stadtteilzentren/Nachbarschaftshäuser
Quartiersmanagement
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenorganisationen
Selbsthilfeeinrichtungen
Lokale Medien
Sponsoren
Stiftungen
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja
nein
C 32a Wenn ja, welche?: 
Vereinbarung liegt im Entwurf vor
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 35 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 35a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
C 36 Werden im Rahmen der Umsetzung Ihres Beitrags von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 36a Wenn ja, welche?: 
Modell Präventionskette und Nutzung/Ausbau eines Fachinformationssystems (FaBis) der Fa. Gebit (bereits bei "Frühen Hilfen" eingesetzt)
C 37 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Beitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen andernorts übernommen und eingesetzt worden?: 
ja
nein

D Einzelprojekte

Einzelprojekts Nr. 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Stadtteilbüro Bieblach
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 14a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 15 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Der Stadtteil Gera-Bieblach wurde im Herbst 2000 in das Programm Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die soziale Stadt" aufgenommen.

Stadtteilmanagement / Stadtteilbüro Bieblach

Unverzichtbar für eine beteiligungsorientierte und zielführende Stadtteilarbeit ist die Präsenz vor Ort. Seit 2001 ist die kommunale GWB "Elstertal" Träger des Stadtteilbüros. Es hat sich als Anlaufpunkt und mit dem Einsatz einer Stadtteilmanagerin etabliert.

Das Stadtteilbüro Bieblach ist zu einer bekannten Adresse im Stadtteil geworden, nicht zuletzt deshalb, weil durch das Stadtteilmanagement ein gut funktionierendes Netzwerk der Akteure vor Ort entstanden ist. Im Netzwerk arbeiten das Mehrgenerationenhaus, Vereine, verschiedene soziale Einrichtungen, die Kindereinrichtungen und Schulen, engagierte Bürger, Polizei, die Kommune u.a. zusammen.

Das Stadtteilbüro ist in beiden Gebieten Bieblach-Ost und Bieblacher Hang aktiv (zurzeit ca. 8500 Einwohner, hoher Altersdurchschnitt, ältester Stadtteil von Gera) und hat hauptsächlich folgende Aufgaben:

  • Öffentlichkeitsarbeit / Stadteilzeitung
  • Anregungen und Unterstützung von Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes
  • Entgegennahme und Bearbeitung von Bürgeranliegen, die den Stadtteil betreffen
  • Bewohneraktivierung / Durchführung von Beratungen der Bürger- und Stadtteilgremien
  • Vermittlung von Informationen über städtebauliche Planungen
  • Unterstützung von sozialen Projekten und Gemeinwesenarbeit

Im Rahmen der Bewohneraktivierung hat die Gesundheitsförderung einen wichtigen Stellenwert in der Stadtteilarbeit eingenommen. Sport- und Bewegungsangebote werden seit Bestehen des Stadtteilbüros gefördert und etabliert. So zum Beispiel Jugendfußballturniere, Familiensportfeste und besonders hervorzuheben das Projekt "Bieblach bewegt sich" (2013/2014). Ein Maskottchen – die "Citymaus" ist entstanden,  es wurden Flyer mit allen Sportangeboten in Bieblach gedruckt und im Stadtteil beworben.  Es wurde ein Yoga-Kurs angeboten, der danach eigenständig weitergeführt wird und noch besteht. Durch zwei Zumba-Kurse konnten ebenso Bieblacher Frauen an Bewegung herangeführt werden. Im Sommer 2014 fanden 10 Stadtteilspaziergänge mit der Stadtteilmanagerin statt. Bei jedem Spaziergang stellte sich ein Verein oder eine Einrichtung vor. Der Sportgedanke, der in den Stadtteilgremien diskutiert wurde, fand seinen Niederschlag in vielen Aktionen in den einzelnen Einrichtungen. Der Aktionsfonds des Stadtteilbüros hat ebenso Projekte und Feste unterstützt, die bewegungsfördernde Inhalte hatten. Die Stadtteilmanagerin fungiert als Motor und Ideengeber für den Stadtteil.  Ihre Arbeit und das gut funktionierende Netzwerk bewirkt Impulse, die vielfältige positive Wirkungen für die Bewohner des benachteiligten Stadtteiles ausüben. Die vom Stadtteilbüro herausgegebene Stadtteilzeitung berichtete über die sportlichen Höhepunkte und es wurden die neuen Bewegungsangebote bekannt gegeben.

Neuestes Ziel ist es, Schrittzähler anzuschaffen und an die unterschiedlichsten Gruppen zur Eigenkontrolle zeitweilig zu überlassen. Damit soll den Bürgern bewusst werden, wie viel oder bzw. wenig sie sich bewegen. Es soll bewirkt werde, dass sie durch diese Erkenntnis ihre Bewegungsaktivität selbst motiviert erhöhen. Die Seniorensportgruppen erfreuen sich besonderer Beliebtheit.

Einzelprojekts Nr. 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 

Bewegungspark für Ältere in Gera Lusan (Wohnungsbaugesellschaft WBG Union)

D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Investition vom Wohnungsunternehmen (Genossenschaft)
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 24a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 25 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Die Bewegungswelt UNIONpark gehört der Wohnungsbaugenossenschaft UNION eG und ist eine barrierefreie, öffentliche Parkanlage von ca. 3500 qm, auf der diverse Freizeit-, Sport- und Spielgeräte v. a. für die Generation 50 Plus bereitgestellt werden. Der UNIONpark wurde ganz individuell nach den Bedürfnissen der Nutzer gestaltet. Hierzu gab es im Vorfeld umfangreiche Analysen und Befragungen zur Bevölkerungsentwicklung, Infrastruktur des Stadtteils und regionale Besonderheiten der Bewohner, sodass der Themenpark speziell die Anforderungen und Wünsche der Bewohner Geras gerecht wurde und gleichzeitig zur innovativen Stadtteilentwicklung im Brennpunkt Lusan beiträgt.

Stadtteilpolitisch fungiert der UNIONpark gleichsam als naturnahe Kommunikationsstätte zwischen unterschiedlichen Nationalitäten,  Gesellschaftsschichten oder Generationen und ist für jede Stadt eine Bereicherung. Ein Gesundheitsstudio für sowohl Jung und Alt, als auch für Arm und Reich. Die Bewegungswelt UNIONpark bringt mit ihren Sport– und Erholungsmöglichkeiten ungleiche Gesellschaftsgruppen zusammen und fördert eine Annäherung.

Inhaltlich dient der Aktivitätenpark in erster Linie der Steigerung der geistigen und körperlichen Gesundheit auf Basis von Begegnung, Kommunikation, Bewegung und Ruhe. In der Parkanlage wird ein Aktivparcour eingebettet, der sich an alle Generationen richtet, schwerpunktmäßig jedoch auf die Zielgruppe der Best Ager ausgerichtet ist. Hier wird schon heute der demographischen Wandel der Region aufgegriffen und generationsspezifisch umgesetzt. Bei der Nutzung der Bewegungswelt ist es nebensächlich, in welcher körperlichen Verfassung der Parkbesucher ist. Die Geräte fördern durch schonende Abläufe Koordination,

Balancegefühl, Beweglichkeit und Motorik der Besucher. Die Übungen können alle zu zweit ausgeführt werden. Damit kommen die Gleichgesinnten leicht ins Gespräch und der 'Spaß an der Bewegung' wird gefördert.

Neben den Geräten werden auch genügend Ruhepunkte mit Sitzmöglichkeiten geschaffen. Auf diese Weise wird eine Wellness-Atmosphäre aus Bewegung und Ruhe geschaffen. Um den Wellness-Gedanken zu realisieren, sind auch in diesem Bereich Störfaktoren wie Wind, Sonne, etc. bei der Planung berücksichtigt wurden.

Sieben formschöne Geräte aus Edelstahl werden großflächig in der *Bewegungswelt UNIONpark* verteilt. Die Allwettergeräte sind für die tägliche Nutzung in Straßenkleidung gedacht. Auf der Grundlage traditioneller asiatischer Bewegungstherapien bieten die Geräte ein sanftes Ganzkörpertraining unter freiem Himmel. Aufgrund der unterschiedlichen Intensität können die Muskeln durch leichte Massage gelockt werdet und bei stärkerer Benutzung Kreislauf, Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit stärken.

Der Wohnungsbaugenossenschaft UNION eG ist es ein wichtiges Anliegen, innovativen Wohnungsmarkt in Gera anzubieten und den Nutzern ein reichhaltiges Angebot an aktiven Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Als Trendsetter betrachtet die UNION nicht nur den eigenen Bestand, sondern integriert das Konzept gleichsam in eine moderne Stadtteilplanung. Die Bewegungswelt UNIONpark ist öffentlich und kostenlos für die gesamte Bevölkerung zugänglich.

Im Sommer 2012 führte die UNION eine erste Befragung mit Anwohnern der angrenzenden R.-Hundt-Straße und K.-Wetzel-Straße durch. Dabei wurde für die Bewegungswelt eine Bekanntheit von 64% ermittelt. 49% der Befragten gaben damals an, die Bewegungswelt bereits mind. einmal genutzt zu haben. Mit über 70% machten die über 50jährigen dabei den größten Anteil der Nutzer aus. Außerdem machten die Frauen als nutzerfreundlichstes Geschlecht einen Anteil von fast 60 % aus.

In regelmäßigen Abständen holt sich die UNION seit der letzten Befragung außerdem beim Concierge regelmäßig Auskunft über die Nutzung der Bewegungswelt. Diese haben mit Ihrem Arbeitsplatz im Elfgeschosser der R.-Hundt-Straße 6-8 direkten Blick auf den UNIONpark. Außerdem stehen die Concierges zur Verfügung, um Park-Besuchern bei Bedarf Geräte für das Schach- bzw. Boulespiel auszuleihen.

Einzelprojekts Nr. 3

D 30 Titel des Einzelprojekts Nr. 3: 
BrainGym für von Demenz Betroffene (SRH Fachhochschule für Gesundheit)
D 31 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 32 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 33 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 33a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Anschubfinanzierung für Forschungsprojekte
D 34 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 34a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 35 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Brain-Gym nach Dennison & Dennison (2004) bietet ein Bewegungskonzept für Menschen mit Demenz und  geringer körperlicher Belastbarkeit. Die Überkreuz -Bewegungen aktivieren beide Hirnhemisphären und wirken sich positiv auf die Verknüpfung der am Gedächtnis beteiligten Hirnareale aus.

Zentrales Anliegen des Projektes ist es, flächendeckend -regional  nach dem Multiplikatoren- System Betreuungspersonen in der Anwendung des Brain-Gym Konzeptes zu schulen. Im Anschluss soll mit einer größeren Stichprobe überprüft werden, ob das Konzept evidenzbasiert angewendet werden kann.

Medizinpädagogen der Hochschule für Gesundheit in Gera stellen in ganztägigen praxisorientierten Fortbildungen  die Anleitungskompetenz der Betreuungskräfte sicher. Zusätzlich wird ein von Medizinpädagogen erstellter Übungskatalog mit einer ausführlichen Übungsanleitung mit abgestuftem Schwierigkeitsgrad, adaptiert an drei Demenzstufen, zur Verfügung gestellt.

Das modifizierte Brain- Gym Konzept ist leicht erlernbar und auch für Angehörige unkompliziert anwendbar. Vorab wurden das geplante Vorhaben in jeweils vier ausgewählten Pflegeheimen und ambulanten Pflegeinrichtungen (Stichprobe n=50) in Gera überprüft.

In einem Interventionszeitraum von drei Wochen bzw. vier Monaten wurde ein Übungsprogramm nach Brain-Gym in den Tagesablauf der Interventionsgruppe integriert und monatlich im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit dem Alterskonzentrationstest getestet. Im Ergebnis wurde ein mittlerer Effekt von d=0,67 festgestellt, der eine signifikante Steigerung der Konzentrationsleistung von Demenzerkrankten sowie eine Verbesserung der Alltagskompetenz in den Dimensionen Aufnahme neuer Informationen, Orientierung, Selbständige Lösungsfindung sowie Sprache zeigte.

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