Landkreis Havelland

A Angaben zur Kommune

Name der Stadt, der Gemeinde, des Landkreises
Landkreis Havelland
Typ
Landkreis
Bundesland
Brandenburg
Einreichende Dienststelle
Amt für Kreisentwicklung und Wirtschaft
Name des Ansprechpartners
Jan Nickelsen
Funktion des Ansprechpartners
SGL Kreisentwicklung
Straße/Postfach
Platz der Freiheit 1
Postleitzahl
14712
Ort
Rathenow
Telefon des Ansprechpartners
+49 3385 551-1383
Telefax des Ansprechpartners
+49 3385 551-31383
E-Mail des Ansprechpartners
Internetadresse der Kommune

B Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Demografie-Projekt Havelland

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Wir werden immer weniger Menschen. Wir werden älter. Einkauf und Arztbesuch nur noch in der Stadt? Wie lange fährt der Bus noch in unser Dorf? Wo und wie können wir im Alter leben? Für diese und weitere Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens sucht das Demografie-Projekt Havelland zukunftsorientierte Lösungen. Außergewöhnliche Modelle werden in Projekten erprobt, unkonventionelle Kooperationen finden neue Wege.

In den drei Handlungsfeldern Wohnen und Wohnumfeld, Gesundheit und Pflege sowie Mobilität werden Antworten gesucht.

Das Besondere des gemeinsamen Agierens der 8 Projektpartner (die drei Mittelzentren Rathenow, Nauen, Falkensee und die drei Ämter Rhinow, Friesack, Nennhausen sowie die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe und der Landkreis Havelland) ist der Demografie-Fonds. In diesen zahlen alle Projektpartner jährlich einen vereinbarten Geldbetrag ein. Über die finanzielle Unterstützung von Projektideen durch den Demografie-Fond wird gemeinsam entschieden.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangslage im Landkreis Havelland

Im Landkreis Havelland ist die demografische Entwicklung geprägt von starken Wanderungsbewegungen und einem deutlichen Sterbeüberschuss bei der natürlichen Bevölkerungsentwicklung. Diese Entwicklung wird zu weitreichenden Veränderungen im Altersaufbau sowie in der Bevölkerungsverteilung im Landkreis Havelland führen und sich auf alle Wirtschafts- und Sozialbereiche und auch deutlich auf das alltägliche Leben auswirken.

Unter Berücksichtigung der neuen Ergebnisse des Zensus 2011 kann abgeschätzt werden, dass die Einwohnerzahl des Landkreises Havelland bis 2030 insgesamt nur leicht zurückgehen wird. Die Ämter und amtsfreien Gemeinden im weiteren Metropolenraum werden bis zum Jahr 2030 auch weiterhin viele Einwohner verlieren. Der Bevölkerungszuwachs im Berliner Umland wird den Bevölkerungsrückgang im Berlin fernen Raum nicht ausgleichen können.

Ausgehend von der oben beschriebenen Bevölkerungsentwicklung wird sich auch die Einwohnerdichte in den jeweiligen Regionen des Landkreises Havelland unterschiedlich entwickeln. Insbesondere im ländlichen Raum wird bei der prognostizierten Einwohnerentwicklung die Einwohnerdichte noch deutlich gerin-ger als bisher ausfallen.

Neben der Einwohnerentwicklung ist die Entwicklung der Hauptaltersgruppen in den nächsten Jahren von großer Bedeutung. Es ist für den Landkreis Havelland von einer weiteren Verschiebung der Anteile der Hauptaltersgruppen zu Gunsten der Personen, die 65 Jahre und älter sind, auszugehen:

  • Die Gruppe der jungen Menschen von 0 bis unter 15 Jahre wird von einem Anteil an der Gesamtbevölkerung von 13% im Jahr 2013 auf 10% im Jahr 2030 sinken.
  • Die Gruppe der Personen im erwerbsfähigen Alter geht in ihrem Anteil weiter zurück. Ihr Anteil betrug 2013 noch 66% und wird voraussichtlich im Jahr 2030 nur 55% betragen.
  • Die Altersgruppe der Personen 65 Jahre und älter wird von 2013 in Bezug auf ihren Anteil an der Gesamteinwohnerzahl mit 21% im Jahr 2030 auf 35% anwachsen.

Die prognostizierte Entwicklung in den einzelnen Kommunen verläuft dabei sehr differenziert. Die Folgen des demografischen Wandels sind sowohl für den ländlichen Raum als auch für den Siedlungsraum des Berliner Umlandes gravierend.

Karte des Landkreises. die Verwaltungsgebiete sind unterschiedlich eingefärbt, je nach Entwicklung der Einwohnerzahl

Karte des Landkreises. die Verwaltungsgebiete sind unterschiedlich eingefärbt, je nach Entwicklung der Einwohnerzahl

Ansatz des Demografie-Fonds

Gerade vor dem beschriebenen Hintergrund der räumlich sehr unterschiedlichen demografischen Entwicklung im Landkreis Havelland wird auch die Zusammensetzung des Demografie-Projektes sinnhaft, da die Projektpartner unterschiedlich von der Entwicklung betroffen sind und damit sehr breit gefächerte Projektideen für Lösungsansätze beisteuern können. Es ist ausdrücklich als lernendes Projekt ausgerichtet.

Als Grundlage des gemeinsamen Agierens ist auf Basis einer bereits im März 2010 getroffenen Vereinbarung ein Fonds eingerichtet worden. Nachdem die Projektpartner zunächst eine Laufzeit von drei Jahren bis Ende 2013 vereinbart hatten, wurde die Projektphase bis zum 30.06.2017 verlängert. In diesen Fonds zahlen alle Projektpartner einen fest vereinbarten Geldbetrag ein.

Die Gelder des Fonds stehen dabei in erster Linie für die initiierten Modellprojekte zur Verfügung. Darüber hinaus werden aus dem Fonds Maßnahmen zur Öffentlichkeitsarbeit, der Evaluation und die Personalkosten für die eingerichtete Geschäftsstelle finanziert.

Die Projektpartner treffen sich in regelmäßigen Abständen im Rahmen des dazu gebildeten Lenkungsausschusses Demografie. In diesem Gremium wird über alle wichtigen Fra-gen und Projekte diskutiert und entschieden – so auch über die Mittelvergabe aus dem Fonds für konkrete Maßnahmen.

Unterhalb dieser Regieebene treffen sich im Rahmen von Arbeitsgruppen unterschiedlichste Akteure (Verwaltung, Vereine, Gesellschaften, Verbände, Ehrenamtliche etc.) zur Initiierung und Realisierung von Teilprojekten. Darüber hinaus wurden verschiedene Modellregionen festgelegt, um der regional sehr unterschiedlichen Entwicklung und Problemsituation gerecht zu werden.

Im Rahmen der gemeinsamen Vereinbarung haben sich folgende Partner zur Bewältigung der Herausforderung des demografischen Wandels zusammengetan: Der Landkreis Havelland, die Havelland Kliniken Unternehmensgruppe, die Mittelzentren Nauen, Rathenow und Falkensee sowie die Ämter Nennhausen, Friesack und Rhinow.

In der ersten Projektphase war zudem die Robert Bosch Stiftung maßgeblich (insbesondere finanziell) an der Entstehung und Weiterentwicklung des Projektes beteiligt.

Für die Dauer des Projektes ist eine Geschäftsstelle eingerichtet worden, die direkt dem Büro des Landrates zugeordnet ist. Die organisatorische und fachinhaltliche Moderation und Führung wird von einem/r Projektreferenten/in übernommen. Die Personalstelle wird ebenfalls vom Demografie-Fonds finanziert.

Konzeption des Demografie-Projektes Havelland

Im Zuge der gemeinsamen Arbeit als Zusammenspiel zwischen Landkreis, Kommunen und Leistungsakteuren wurden in einem übergeordneten Konzeptpapier die Handlungsfelder definiert, auf die sich die Projektumsetzung konzentrieren sollte.

Handlungsfeld "Mobilität"

Das Demografie-Projekt versteht Mobilität als Möglichkeit und Fähigkeit der Menschen, die von ihnen gewünschten räumlichen Ziele erreichen zu können, um das Bedürfnis nach Zugang zu Menschen, Orten, Gütern und Dienstleistungen zu befriedigen.

Insbesondere den älteren und mobilitätseingeschränkten Menschen fällt es schwer, dieses Grundbedürfnis nach Mobilität auszuleben. Da zudem die Altersgruppe ab 65 Jahre in den nächsten Jahren sowohl absolut als auch relativ deutlich größer wird, konzentriert sich das Demografie-Projekt vorrangig auf die beiden Zielgruppen aktive Ältere mit dem Bedürfnis anlassbezogener sowie mobilitätseingeschränkte Menschen (jeder Altersstufe) mit dem Be-dürfnis einer selbstbestimmten und gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Für diese Zielgruppen soll eine Mindestteilnahme am sozialen Leben gesichert werden.
Daneben ist eine mögliche Partizipation von den übrigen Zielgruppen (wie Kinder, Jugendliche und Berufstätige) an den geförderten Maßnahmen ausdrücklich erwünscht.

Aktionsfelder im Handlungsfeld Mobilität:

  • Anteilige Förderung von Projekten zur Umsetzung von mobilitätsverbessernden Maßnahmen
  • vorbereitende und unterstützende Maßnahmen wie die Erstellung von Konzepten, Gutachten und Marketingmaßnahmen, aber auch begleitende Mediation von Projekten und Aktionsfeldern wie die Durchführung von Tagungen, Zukunftswerkstätten etc. zum Thema Mobilität
  • Initiierung von Projektideen aus dem Bereich der "barrierefreien Gestaltung des öffentlichen Raumes"
  • "kleine Mobilität" - Barrieren in der Alltagsmobilität (barrierefreie/barrierearme Gestaltung des öffentlichen Raumes durch Dritte; Vermittlung der Bedeutung für die Alltagsbewältigung)
  • Entwicklung von Projekten des Aktionsfeldes "Bedienformen ÖPNV"
    • alternative Bedienformen - Ersatz und/oder Ergänzung des klassischen ÖPNV (auch Förderung von Erprobungen)
  • Anteilige Förderung von Projekten des Aktionsfeldes "Sonstiger Fahrservice" 
    • Fahrdienste, Begleitservice, Lieferservice, mobile Bürgerdienste sowie ehrenamtlich unterstützte mobilitätsverbessernde Maßnahmen (auch technische Erstausstattung)

Handlungsfeld "Gesundheit und Pflege"

Gesundheit wird als ein wesentlicher Bestandteil der menschlichen Entwicklung und des alltäglichen Lebens wahrgenommen. Gemäß dem salutogenetischen Ansatz sind gesundheitsfördernde Maßnahmen auf die Stärkung vorhandener Ressourcen auszurichten. Entsprechend dient das Sicherstellen von Gesundheit – insbesondere im Hinblick auf ältere Menschen – dem Vermeiden bzw. der Reduzierung von Pflegebedürftigkeit. Danach bedeutet Pflege die eigenverantwortliche Versorgung und Betreuung von Menschen aller Altersgruppen, von Familien oder Lebensgemeinschaften sowie von Gruppen und sozialen Gemeinschaften, ob krank oder gesund, in allen Lebenssituationen. Pflege schließt die Förderung und Erhaltung der Gesundheit, Verhütung von Krankheiten und die Versorgung und Betreuung kranker, behinderter und sterbender Menschen ein.

Seit 2011 ist der Landkreis Havelland vom Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz auch als Modellregion Gesundheit ausgewählt worden, um pilothaft neue Konzepte zur Sicherstellung der medizinischen und pflegerischen Versorgung erproben zu können.

Ziel des Demografie-Projektes im Handlungsfeld "Gesundheit und Pflege" ist es, neben der Absicherung bzw. dem Ausbau der medizinischen sowie pflegerischen Versorgungsstrukturen gesundheitserhaltende und -verbessernde Maßnahmen, insbesondere für die Zielgruppe älterer Mitbürger, in der Region zu implementieren und damit den Erhalt ihrer Gesundheit zu befördern.

Aktionsfelder im Handlungsfeld "Gesundheit und Pflege":

  • Vernetzung der Beteiligten
    • Etablierung einer kommunalen kreisweiten Gesundheitskonferenz sowie die Überführung des "Havelländischen Netzwerkes gesunde Kinder" in den Regelbetrieb
  • Schaffung bedarfsgerechter regionaler Versorgungsstrukturen
    • Entwicklung neuer Konzepte zur Sicherstellung der medizinischen und pflegerischen Versorgung in der Fläche; Entwicklung aufsuchender medizinischer Versorgungsangebote ("Mobile Arztpraxis"); Sicherstellung einer flächendeckenden ambulanten Palliativversorgung (Palliative Care); Etablierung des Gemeindeschwesternsystems (AG-nES); "Ehrenamtliche Alltagsbegleiter" im häuslichen Bereich
  • Aufbau eines regionalen Gesundheitspräventionsnetzwerkes im Havelland
    • Etablierung präventiver Angebote im Sinne der Gesundheitsförderung  
  • Umsetzung des Projektes "Demografie in der Arbeitswelt"
    • Abdeckung des steigenden Bedarfs an medizinischer und pflegerischer Versorgung in der Region über entsprechend qualifizierte und leistungsfähige Fachkräfte; Entwicklung von Maßnahmen zur Gestaltung altersgerechter Arbeitsplätze bzw. -bedingungen

Handlungsfeld "Wohnen und Wohnumfeld"

Wohnen und Wohnumfeld stellen für ältere Menschen unter Würdigung der weiter gefassten Begriffsbestimmung einen entscheidenden Sozialfaktor dar, der in Abhängigkeit der Befriedigung von Mobilitätsbedürfnissen an Bedeutung gewinnen oder verlieren kann.

Vornehmlich in den dünn besiedelten ländlich geprägten Gebieten des Landkreises wird aufgrund der prognostizierten natürlichen und abwanderungsbedingten Bevölkerungsentwicklung, aber auch weil mit einer veränderten Altersstruktur andere Mobilitätsbedürfnisse entstehen, der Sozialfaktor "Wohnen/Wohnumfeld" an Bedeutung gewinnen.

Ziel des Demografie-Projektes im Handlungsfeld "Wohnen und Wohnumfeld" ist es, ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben für alle Altersgruppen zu unterstützen, Hinderungsgründe und unterstützende Maßnahmen zu benennen und durch modellhafte Projekte Hindernisse zu beseitigen und Unterstützung zu initiieren.

Aktionsfelder im Handlungsfeld "Wohnen und Wohnumfeld":

  • Ausbau und Festigung/Etablierung von Kommunikationspunkten
    • Schwerpunktlegung in der Bestandsbewahrung bzw. Schaffung weiterer kiez/sozialraumbezogener Begegnungsstätten in Kooperationen mit Vermietern, Kommunen, Vereinen, Firmen und anderen lokalen Akteuren
  • Bewahrung eines selbstbestimmten und eigenständigen Wohnens 
    • "Havelländischer Gesundheitsdienstleister" (Ausweitung der Beratungsleistungen zu den Möglichkeiten der Wohnraumanpassung); Entwicklung und Etablierung von Angeboten zum langen Wohnen in der vertrauten Häuslichkeit; "Technikunterstütztes Wohnen" durch Übernahme alltagstauglicher Technik; Gestaltung barriereärmerer Wohnumfelder (Sensibilisierung für spezifische Bedürfnisse)
  • Aktive Unterstützung gemeinschaftlichen Wohnens
    • Schaffung bzw. Wiederherstellung dauerhaft tragfähiger städtebaulicher Strukturen; Wohngemeinschaftsprojektideen (aktive Beratungsleistung und Prozessbegleitung); Entwicklung einer quartiersnahen Versorgung als selbständiges Projekt
  • Schaffung demografiefester Planungsgrundlagen
    • Berücksichtigung der Bedarfslagen und Erfordernisse im Rahmen der vorbereitenden und verbindlichen Bauleitplanung

Zur Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle werden zu den einzelnen Projekten eine systematische und zielgerichtete Sammlung, Analyse und Bewertung von Daten vorgenommen. Sie dienen der Beurteilung von Planung, Entwicklung, Gestaltung und Einsatz von Aktionsfeldern bzw. einzelner Maßnahmen dieser Angebote unter den Aspekten von Qualität, Funktionalität, Wirkungen, Effizienz und Nutzen.

Ferner sind Nachhaltigkeit und Übertragbarkeit der Projekte Bestandteil der Evaluation.

Projektumsetzung und Projektergebnis

Über das Demografie-Projekt sind in den letzten fünf Jahren eine Vielzahl von Projektideen entstanden und als Projekt vor Ort umgesetzt worden. Das Projekt erhielt 2012 eine Auszeichnung durch die Staatskanzlei. Auch Einzelprojekte wie die Schulungsserie "Gesundheit und Pflege" in Nennhausen wurden ausgezeichnet (Demografie-Beispiel des Monats Februar im Land Brandenburg).

Nachfolgend sind nur einige Beispiele aufgeführt. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass bei vielen Projekten zwar ein Projektpartner als Träger auftritt, vielfach es aber Kooperationsprojekte oder Projekte, die von anderen auf ihre Kommune übertragen werden, sind.

  • So sind seitens des Landkreises Havelland projektbegleitende Informationsveranstaltungen sowie das Forum Wohnen, die Studienfahrt Wohnen als auch Bürgerwerkstätten und Weiterbildungen von Handwerksbetrieben initiiert worden.
    • Es bleibt festzuhalten, dass das Erkennen der Auswirkungen des demografischen Wandels in unserer Region die Bürger sensibilisiert und veranlasst hat, sich darauf ein-zustellen und den Wandel aktiv zu begleiten.
  • Die havelländische Gemeindeschwester "AGnES" sowie die "Ehrenamtlichen Alltagsbegleiter" konnten seitens der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe erfolgreich umgesetzt werden.
    • Die Patienten sind zufrieden mit den AGnES-Kräften und die beteiligten Hausärzte werden entlastet. Die Alltagsbegleiter werden so gut nachgefragt, dass wiederkehrend Freiwillige qualifiziert werden.
  • Im Mittelzentrum Falkensee sind das Familiencafé mit seinem Bewegungspark, der Fahrservice für mobilitätseingeschränkte Personen und die ehrenamtlichen Besuchsdienste nachhaltig entwickelte Projekte.
    • Das inmitten des Quartiers Falkenhorst gelegene Familiencafé wird durch die Bewohner für eine gesellige Freizeitgestaltung, aber auch für Kulturveranstaltungen ausgiebig genutzt. Mit dem Fahrservice gelangen die mobilitätseingeschränkten Personen innerhalb von Falkensee zu medizinischen Terminen.
  • Im Mittelzentrum Nauen mit seinen vielen umliegenden kleinen Ortsteilen konnte u. a. der Rufbus, die "Mobilen Bürgerdienste", die "Strategischen Bänke" sowie das Projekt der "Sturzprävention" erfolgreich im Stadtgebiet umgesetzt werden.
    • Seit mehr als vier Jahren wird der Rufbus erfolgreich eingesetzt. Nutzer sind alle Altersgruppen. Jährlich kommen so ca. 4.000 Fahrgäste zusammen. Für das Projekt der Sturzprävention konnten 16 Gruppen mit 24 Trainern gewonnen werden.
  • In der Kreisstadt Rathenow wurden neben dem Bewegungssportpark vor allem die Projekte der Havelland Kliniken Unternehmensgruppe umgesetzt bzw. begleitet.
    • Das Modellprojekt des Outdoor-Parks, der mittlerweile auch von anderen Projektpartnern übernommen wurde, wird für generationsübergreifende Begegnungen genutzt.
  • In den Ämtern Friesack, Rhinow und Nennhausen, die den Modellraum ländlicher Raum bilden, stehen die Projekte Begegnungsstätte "Mieterinsel", die "Mieterbibliothek", der "Patientenfahrdienst" und die "Info- und Schulungsserie im Bereich "Gesundheit und Pflege" auf der Umsetzungsliste. 
    • Die Mieterbibliothek als auch die Mieterinsel haben sich zu einem Info-Treffpunkt für die gesamte Kommune und für alle Generationen entwickelt. Mit dem Patientenfahrdienst ist auch ein Bewusstsein für die angespannte medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum gewachsen. Auch die Schulungsserie greift das Problem der häuslichen Versorgung im Alter im ländlichen Raum auf.

Wie geht es weiter?

Die Zusammenarbeit der Projektpartner im Rahmen des Demografie-Projektes und die Einrichtung des gemeinsamen Demografie-Fonds haben sich bewährt.

Es ist bereits viel erreicht worden; dennoch gilt es, auch in der nunmehr laufenden zweiten Projektphase des Demografie-Projektes Havelland weitere zukunftsorientierte Lösungen für die ständig neu entstehenden Herausforderungen des gesellschaftlichen Zusammenlebens zu finden.

Mit den vielfältigen, oftmals nur "kleinen" Projektideen soll das generationsübergreifende Zusammenleben im Landkreis Havelland und dabei insbesondere die Lebensbedingungen für Ältere sowohl in den peripheren als auch in den metropolgeprägten Wohnumfeldern gestärkt werden.

C Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C 1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es zur Gesundheitsförderung und Prävention bei älteren Menschen in Ihrer Kommune eine schriftliche Gesamtkonzeption?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in diese Gesamtkonzeption eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Hat sich der (Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat öffentlich für Ihren Wettbewerbsbeitrag eingesetzt?: 
ja
nein

C 2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Präventionsziele Ihres Wettbewerbsbeitrags detailliert festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Zielfestlegung eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
junge Alte (55-Jährige bis 65-Jährige)
ältere Menschen (über 65-Jährige bis 80-Jährige)
hochbetagte Menschen (über 80-Jährige)
gesundheitlich/mobilitäts-eingeschränkte ältere Menschen
pflegebedürftige ältere Menschen
aktive und mobilitätsstarke ältere Menschen
ältere Migranten/Migrantinnen
sozial benachteiligte ältere Menschen
Pflegende (Angehörige)
Multiplikatoren
Weitere
C 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
alle „Älteren“ als Ansprechpartner - Partizipation übriger Zielgruppen durchaus gewünscht!
C 24 Welche Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung von älteren Menschen stehen in Ihrem Beitrag im Mittelpunkt?: 
kommunale Konzepte zur Bewegung- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Maßnahmen und Angebote zur Erreichung alltagsbezogener Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Bewegungsräume/Bewegungsparcours im Quartier, in Parks und Grünanlagen
barrierefreie und bewegungsförderliche Gestaltung des öffentlichen Raums
wohnortnahe Infrastrukturen
(Weiter)Entwicklung und Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs
(Weiter)Entwicklung und Ausbau von Mobilitätshilfediensten
Stärkung der Gesundheits- und Bewegungskompetenz sowie des Wissens um die gesundheitliche Bedeutung körperlicher Aktivität bei älteren Menschen
Unterstützung von Akteuren in der Kommune bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Weitere
C 25 Verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag einen generationenübergreifenden Ansatz?: 
ja
nein
C 26 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag geschlechtsspezifisch/geschlechtersensibel ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe älterer Menschen ausgerichtet?: 
ja
nein
C 28 Welche Strategie der Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Verhaltensprävention
Verhältnisprävention
Verhaltens- und Verhältnisprävention
C 29 An welche Settings und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Senioreneinrichtungen/-freizeitstätten
Altenheime
Reha-Einrichtungen
Ambulante Pflegedienste
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Quartiere
Weitere
C 29a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Krankenhaus

C 3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Beitrags?: 
Gemeinde-, Stadt- bzw. Kreisrat
Bürgermeister bzw. Landrat
Gesundheitsamt
Sozialamt
Sportamt
Stadtplanungsamt
Grünflächenamt
Seniorenbeauftragte
Gleichstellungsbeauftragte
Weitere
C 31 Welche verwaltungsexternen Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Ärzte
Apotheken
Krankenversicherungen
Krankenhäuser
Altenheime/Pflegeheime
Reha-Einrichtungen
ambulante Pflegedienste
Seniorenberatungsstellen
Seniorenfreizeitstätten
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Stadtteilzentren/Nachbarschaftshäuser
Quartiersmanagement
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenorganisationen
Selbsthilfeeinrichtungen
Lokale Medien
Sponsoren
Stiftungen
Weitere
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja
nein
C 32a Wenn ja, welche?: 
Vereinbarung der Projektpartner des Demografie-Projektes Havelland
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 35 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 35a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
C 36 Werden im Rahmen der Umsetzung Ihres Beitrags von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 37 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Beitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen andernorts übernommen und eingesetzt worden?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja, welche?: 
Ziel des Wettbewerbsbeitrages ist ja gerade, dass Modellprojekte einzelner Partner von den übrigen Partnern entsprechend den lokalen Gegebenheiten übernommen werden (z. B. Sportpark für jedermann, Strategische Bänke, Quartiersbegegnungsstätten)

D Einzelprojekte

Einzelprojekts Nr. 1

D 10 Titel des Einzelprojekts Nr. 1: 
Sturzprävention in Nauen
D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 13a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Demografie-Fonds des Demografie-Projektes Havelland
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 14a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 15 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Die Stadt Nauen ist seit jeher bemüht, zur Unterstützung der älteren Bevölkerung gezielte Projekte umzusetzen und ein eigenständiges Wohnen bis ins hohe Alter zu ermöglichen.
So gab es Anfang des Jahres 2013 seitens der Stadtverwaltung Nauen erste Gespräche mit der AOK Nordost zum Thema Sturzprävention. Ziel sollte es sein, mittels einer Sturzprävention im ambulanten Bereich das Sturzrisiko zu minimieren und zukünftige Stürze als eine der häufigsten Ursachen für die Einschränkung der körperlichen Fähigkeiten im Alter zu vermeiden. Im März 2013 wurde durch das Demografie-Projekt Havelland beschlossen, dieses selbst organisierte und auf ehrenamtlicher Basis funktionierende Angebotsprojekt zu starten und mit entsprechenden finanziellen Mitteln auszustatten.

Im Sommer 2013 erfolgte durch die Stadt Nauen, mit Unterstützung durch den Seniorenrat eine Abfrage von potenziell interessierten Trainerinnen und Übungsleiterinnen von verschiedenen Sportgruppen, vorwiegend Frauensportgruppen. So konnten 24 Frauen vom Thema überzeugt werden. Daraufhin wurde am 20.8.2013 eine Rahmenvereinbarung zur Sturzprävention zwischen der Stadt Nauen und der AOK Nordost unterzeichnet. Im Anschluss erfolgte die Ausbildung der Trainerinnen durch die Krankenkasse.

Um das Thema ins Bewusstsein zu rücken und auch die ausgewählten Trainerinnen für die Sache zu begeistern, wurde durch die Stadt eine Auftaktveranstaltung organisiert. Auf der Grundlage der Vereinbarung mit der Stadt konnten bis Ende 2013 mit 16 Sportgruppenleiterinnen Einzelvereinbarungen und dem gleichzeitigen Aushändigen von entsprechenden Sportmaterialien, finanziert durch die AOK Nordost, als Gesamtpaket abgeschlossen werden. Zu diesen Materialien für das Balance- und Krafttraining zählen zum Beispiel kleine Bälle, Hanteln und Fußmanschetten, wodurch die Integration der Übungen in bestehende Sportgruppentreffen leichter möglich war.

Für dieses Programm ist die Teilnahme kostenfrei und in vielen Fällen hat die Stadt die notwendigen Räumlichkeiten bzw. die notwendige Möblierung unentgeltlich zur Verfügung gestellt. Jede Sportgruppe wurde nach der Ausbildung begleitet und eine kleine Statistik der Teilnehmer zu Stürzen und der Befindlichkeit der Teilnehmer sowohl durch die AOK als auch der Stadt durchgeführt.

Anzahl der Nutzer nach Altersgruppen aufgeschlüsselt:

  Altersgruppen  
  < 55 55 - 59 60 - 65 66 - 70 71 - 75 76 - 80 81 - 85 86 - 90 91 - 100 Gesamt
11 Sportgruppen (Kernstadt Nauen) 57 17 23 26 29 19 12 8 1 192
5 Sportgruppen (in den Ortsteilen) 17 7 11 9 13 7 4 0 0 68
Summen: 74 24 34 35 42 26 16 8 1 260

Quelle: Stadt Nauen, Demografie: eigene Erhebung; Stand 31.12.2014

Im Rahmen der Kooperation mit der AOK sind jährliche Supervisionen vereinbart worden, die das Programm begleiten und auch eine Rückmeldung der Trainerinnen ermöglichen. Durch den regen Austausch konnten Hinweise zur Motivation und festgestellten Problemen geklärt werden. Eine weitere Aufbauschulung der AOK ist schon in Planung.

Die Stadt Nauen als im Hintergrund wirkender Berater möchte durch diese jetzt gut angenommene Aktivität als Ansprechpartner und Hilfegeber dienen und dieses ehrenamtliche Engagement nur bei Problemen gezielt unterstützen. Ein jährlicher Gedankenaustausch der Trainerinnen mit der Stadt Nauen und auch eine damit verbundene Anerkennung dieser überaus wichtigen Aufgabe ist Bestandteil der Kooperation mit den einzelnen Sportgruppen. Die dauerhafte Etablierung ist aus heutiger Sicht sicher. Weitere Trainerinnen werden durch die AOK geschult und ermöglichen das Gründen von neuen Gruppen.

Zielstellung des Demografie-Projektes Havelland ist eine Ausweitung des Projektes mit weiteren Partnern auf den gesamten Landkreis Havelland.

Einzelprojekts Nr. 2

D 20 Titel des Einzelprojekts Nr. 2: 

Schulungsserie Gesundheit und Pflege

D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 23a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Demografie-Fonds des Demografie-Projektes Havelland
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 24a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 25 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Rahmen des Projektes "Mieterinsel Nennhausen", einem generationsübergreifenden Treffpunkt, der ebenfalls über das Demografie-Projekt Havelland gefördert wurde, sollten weitere Angebote für die Nutzer der Mieterinsel entwickelt werden. Mit dieser qualitativen Erweiterung des Angebots sollten dabei auch bisher nicht erreichte Bevölkerungsteile aus dem Amt Nennhausen gewonnen werden. Daher wurde das Projekt auch von vornherein nicht nur für den Standort der Mieterinsel konzipiert, sondern es sollte bewusst in die Dörfer und Ortsteile getragen werden.

Die Schulungsserie Gesundheit und Pflege als Projekt der Mieterinsel Nennhausen ist als Schulungsserie aus dem Konzeptpapier zum Handlungsfeld "Gesundheit und Pflege" des Demografie-Projektes Havelland abgeleitet und zunächst für eine Umsetzung in den Jahren 2014 und 2015 vorgesehen worden.

Das Basiskonzept der Schulungsserie sieht sechs verschiedene Modulveranstaltungen vor, die jeweils in allen vier amtsangehörigen Gemeinden des Amtes Nennhausen durchgeführt werden. Dieser regelmäßig wechselnde Durchführungsort der Veranstaltungen, bei denen der ländliche Raum im Besonderen berücksichtigt wird, ist ein wichtiger Aspekt des Projektkonzeptes.

Die Schulungsserie ist als kostenlose Veranstaltungsreihe für alle Bürger konzipiert, bei der jede Einzelveranstaltung sich einem bestimmten Themenkomplex widmet. Dabei werden zeitliche Überschneidungen der öffentlichen Veranstaltungen ausdrücklich vermieden. Im Vordergrund stehen die Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung im Hinblick auf den weitgefassten Themenkomplex Pflege.

Die Themenpalette reicht von Wohnen im Alter über Pflege in der Familie bis hin zu Vorsorgerecht und Patientenverfügung. Experten von verschiedenen Einrichtungen und Institutionen wie Sozialamt, Pflegestützpunkt, Diakonisches Werk, Wohnraumanpassungsberatung, Demenzberatungsstelle und Sanitätshaus geben Ratschläge und Tipps und informieren über Kontaktadressen.

Dabei geht es unter anderem darum, wie das eigene Heim altersgerecht angepasst oder welche Pflege- und Dienstleistungen auch zur Entlastung von Angehörigen in Anspruch genommen werden können. Zudem gibt es Hinweise zu alternativen Wohnformen und möglichen Umzugshilfen oder zur richtigen Anwendung von Pflegehilfsmitteln. Aber auch mit dem Thema Demenz beschäftigt sich der Schulungszyklus ausführlich in einer gesonderten Veranstaltung. Darüber hinaus werden im Rahmen der Schulungsserie die bürokratischen Notwendigkeiten im Zusammenhang mit der Pflege thematisiert. Auch die Frage, wie ein Pflegender durch sein Umfeld entlastet werden kann, soll praxisnah erörtert werden.

Das Amt Nennhausen ist für dieses Schulungsprojekt zum Thema Älterwerden mit dem „Demografie-Beispiel des Monats“ im Februar 2015 durch die Staatskanzlei des Landes Brandenburg geehrt worden.

Der Landkreis plant nun zur Umsetzung des eigentlichen Grundgedankens des Demografie-Projektes Havelland, die gelungene örtliche Initiative der Schulungsreihe weiter auszudehnen und auf andere Kommunen und Räume des Landkreises zu übertragen.

Einzelprojekts Nr. 3

D 30 Titel des Einzelprojekts Nr. 3: 
Familiencafé Falkenhorst, Falkensee
D 31 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 32 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 33 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 33a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Demografie-Fonds des Demografie-Projektes Havelland, ASB, WGF, gegefa
D 34 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 34a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
D 35 Kurzbeschreibung des Projektes auf maximal einer DIN A 4 – Seite : 

Ziel war und ist der Betrieb eines offenen, generationsübergreifenden Treffpunktes in einem mehrgeschossigen Wohngebiet in der Stadt Falkensee, dem Falkenhorst, mit einem zunehmenden Anteil an älterer Bevölkerung. Gleichzeitig leben im Wohngebiet viele Familien, darunter viele Alleinerziehende. Mit dem Familiencafé sollte ein Ort geschaffen werden, an dem sich Alt und Jung treffen und austauschen können.

Die Idee eines generationenübergreifenden Stadtteil-Cafés entstand als eine die Struktur verbessernde Maßnahme von unterschiedlichen Akteuren im Wohngebiet. Das sind zum einen die beiden vor Ort ansässigen Wohnungsunternehmen (Wohnungsgenossenschaft Falkenhorst – WGF, Gemeinnützige Gebäudewirtschaft Falkensee – gegefa) und zum anderen der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), der bereits seit mehreren Jahren verschiedene soziale Angebote im Wohngebiet unterhält. Die Stadtverwaltung Falkensee moderierte den Prozess. Über den Demografie-Fonds des Demografie-Projektes Havelland wurde sowohl das eigentliche Café als auch die Gestaltung der Außenanlage mit dem Bewegungspark finanziell maßgeblich unterstützt.

Der ASB gewährleistet, dass das Familiencafé montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und sonntags von 12 bis 18 Uhr für Familien, Senioren usw. geöffnet ist. Er organisiert oder koordiniert unterschiedliche Gruppenangebote, wie Handarbeitsgruppe, Lesezirkel, Rommé- oder Skatrunden. Am Abend, mittwochs oder am Wochenende gibt es kleine Kulturveranstaltungen und/oder es besteht die Möglichkeit den Raum für Veranstaltungen zu mieten.

Damit das Familiencafé von vielen Menschen genutzt werden kann, wurde ein PKW-Stellplatz für Behinderte und ein barrierefreier Zugang geschaffen und durch Sitzmöglichkeiten im Außenbereich des Hauses ergänzt. Mit einer Spielanlage für Kleinkinder wird das Café attraktiv für Familien. Neben dem Familiencafé stellte die WGF ein weiteres Gelände zur Verfügung, das mit Outdoor-Fitnessgeräten für Senioren/Erwachsene ausgestattet wurde und so zu einem Bewegungspark für Jedermann geworden ist. Für die Wartung der Geräte übernimmt die Stadtverwaltung die Verantwortung.

WGF, gegefa und ASB haben einen Nutzungsvertrag über die kommenden zwanzig Jahre geschlossen. In diesem ist geregelt, dass die Wohnungsunternehmen die Bau- und Betriebskosten anteilig übernehmen, gleichzeitig wird das Haus dem ASB kostenfrei zur Betreibung des Familiencafés zur Verfügung gestellt. In einem Vertrag zwischen WGF und Stadtverwaltung ist die Aufstellung, Betreuung und Nutzung der Bewegungsparkgeräte für Senioren/Erwachsene auf zunächst 10 Jahre geregelt.

Bereits zwei Jahre nach der Eröffnung lässt sich einschätzen, dass das Haus sehr gut angenommen wird. Es deckt in jedem Fall die Bedarfsnachfrage der Bewohner vor Ort bzw. des Wohnquartiers. Insbesondere für die Senioren ist es zum festen Treffpunkt geworden. Er erscheint auch deshalb so attraktiv zu sein, weil das Familiencafé außerhalb der regelmäßigen (Senioren-) Veranstaltungen durch andere Nutzer jüngeren Alters über Musik- und Kulturveranstaltungen mit Leben gefüllt wird.

Durch die barrierearme Gestaltung des Familiencafés wird der generationsübergreifende Treffpunkt natürlich insbesondere von den mobilitätseingeschränkten Bewohnern des Quartiers genutzt. Der erfolgreiche Start des Teilprojektes und die gute Ansprache von Personen, die mobilitätseingeschränkt sind, führen zu Überlegungen der Übertragbarkeit auf andere Stadtquartiere.

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