Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin

A Angaben zur Kommune

Name der Stadt, der Gemeinde, des Landkreises
Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin
Typ
kreisfrei
Bundesland
Berlin
Einreichende Dienststelle
Abt. Gesundheit und Soziales OE Qualitätsentwicklung, Planung und Koordination des öffentlichen Gesundheitsdienstes
Name des Ansprechpartners
Kerstin Moncorps
Funktion des Ansprechpartners
Koordinatorin für Gesundheitsförderung
Straße/Postfach
Janusz-Korczak-Str. 32
Postleitzahl
12627
Ort
Berlin
Telefon des Ansprechpartners
+49 30 90293-3855
Telefax des Ansprechpartners
+49 30 90293-3865
E-Mail des Ansprechpartners
Internetadresse der Kommune

B Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Titel des Wettbewerbsbeitrags

Bewegtes Altern im Quartier – Marzahn-NordWest bewegt sich

Kurzfassung des Wettbewerbsbeitrags

Unter dem Motto "Bewegtes Alter im Quartier – Marzahn-NordWest bewegt sich" wurde im Berliner Quartier Marzahn-NordWest das bestehende integrierte Hand-lungskonzept zur Bewegungsförderung um die Zielgruppe der älteren Menschen erweitert. Dies erfolgte eingebettet in die bezirkliche Altenplanung von Marzahn-Hellersdorf und im Rahmen des seit 2010 erfolgreich laufenden Projekts "Bewegtes Leben um Quartier" (BLiQ).

In Orientierung am Public Health Action Cycle stand im Projektzeitraum 2014 und 2015 eine partizipativ angelegte Problemdefinition und Strategieformulierung im Mittelpunkt. In diese wurden Vertretungen aus den Bereichen Gesundheit, Sport, Altenhilfe, Stadtentwicklung, Quartiersmanagement, Ehrenamt, Nachbarschaftshilfe, Seniorenvertretung und der älteren Bewohnerschaft in Form einer Werkstatt sowie Bestandsaufnahme und Bedarfsanalyse eingebunden. Diese Formate sowie eine systematische Vernetzungsarbeit bilden den Ausgangspunkt für gemeinsame und koordinierte Aktivitäten, die sich zum Teil noch in der Strategieentwicklung befinden, zum Teil bereits in der Umsetzung.

Beschreibung des Wettbewerbsbeitrags

Ausgangssituation

Am 31.12.2014 hatte Marzahn-Hellersdorf 256.173 Einwohner_innen und damit das fünfte Jahr in Folge ein Bevölkerungswachstum zu verzeichnen. Das Durchschnittsalter beträgt 43,5 Jahre und liegt damit leicht über dem Berliner Durchschnitt. Aufgrund der demografi-schen Welle altert die Bevölkerung in Marzahn-Hellersdorf deutlich schneller als im Berliner Durchschnitt. Seit 1991 ist das Durchschnittsalter im Bezirk um 13 Jahre gestiegen, während es in Berlin nur 3,7 Jahre waren. Das Durchschnittsalter der Migrantinnen und Migran-ten liegt mit 32,2 Jahren mehr als 10 Jahre unter dem bezirklichen Durchschnitt.

Marzahn-Nord ist der drittjüngste Stadtteil des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf. Das Durchschnittsalter beträgt 39,6 Jahre und liegt damit deutlich unter dem bezirklichen Durchschnitt. 6.461 Bewohner sind 55 Jahre und älter, das sind 28% aller Einwohner_innen, weitere 2.350 bzw. 10% sind im Alter von 50 < 55 Jahre. Die Zahl der älteren Bevölkerung wächst rasant. Vor 5 Jahren betrug der Anteil der 55-Jährigen und Älteren nur 22%, was 5.032 Personen entsprach. Damit wuchs ihre Zahl in dieser Zeit um fast 1.500 Personen. Die Erstbesiedlung des Stadtteils in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch junge Familien mit Kindern ist der Grund für die überproportional schnelle Alterung der Bevölkerung. Die damalige Elterngeneration blieb wohnen und befindet sich mittlerweile im Großelternalter. 27% der Einwohner_innen bzw. 6.250 Personen sind im Alter zwischen 50 und 65 Jahre.

Alterstruktur in Marzahn-Hellersdorf

Altersgruppe 55 < 65 65 < 75 75 < 85 85+
Anzahl 3.738 1.529 952 242
Anteil an der Gesamtbevölkerung 16,1% 6,6% 4,1% 1,0%

Anlass

Die regelmäßige Erfassung spezifischer Bedarfe alter Menschen, eine darauf aufbauende passgerechte kommunale Altenplanung und zielgerichtete Infrastrukturentwicklung haben sich angesichts der oben umrissenen demographischen Entwicklung für die Kommunalpolitik sowie für alle Ressorts der Bezirksverwaltung als notwendig erwiesen. Die Fortschreibung der bezirklichen Altenplanung für die Jahre 2012–2016 wurde unter enger Mitwirkung des Beirates zur Umsetzung der Altenplanung, aller Interessenverbünde im bezirklichen Netzwerk im Alter, der bezirklichen Seniorenvertretung sowie aller Ressorts der Bezirksverwaltung vom Bezirksamt einstimmig beschlossen und der Bezirksverordnetenversammlung zur Kenntnis gegeben.

Im Jahr 2010 fand eine alle fünf Jahre vom Bezirksamt beauftragte Befragung von 12.000 Einwohner_innen von Marzahn-Hellersdorf "50 Jahre und älter" statt, um deren Probleme und Bedarfe zu ermitteln und davon Handlungsschwerpunkte und Handlungsempfehlungen abzuleiten. Die Erhaltung bzw. die Wiederherstellung von Mobilität und Selbstständigkeit haben in diesem Kontext empirisch gestützt eine zentrale Bedeutung. Demzufolge beinhaltet die aktuelle Altenplanung des Bezirkes in den darin ausgewiesenen Anforderungen ausdrücklich zu entwickelnde und öffentlichkeitswirksam zu kommunizierende Angebote der Bewegungsförderung, Sturzprävention, Ernährung und Gesundheit im Alter sowie zugehöriger Beratung. Diese werden dort stets auch in einen Bezug zu den Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik gestellt. Damit verbundene Gesundheitsziele im Alter sind im Gefolge der bezirklichen Gesundheitskonferenz Marzahn-Hellersdorf durch geeignete konkrete Maßnahmen umzusetzen. Zu berücksichtigen ist hierbei ausdrücklich der Bedarf an Selbständigkeit und Selbstbetätigung der jungen, mobilen und aktiven Alten (von 60- bis fließend un-ter 80-Jährigen), an wohnortnaher Teilhabe von mobilitätseingeschränkten und teils pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren.

Den verlässlich finanzierten sozialen Stadtteilzentren kommt bei der Sicherung möglichst wohnortnaher Angebote – hierbei insbesondere auch der Bewegungsförderung - besondere Bedeutung zu. Entsprechend eng gestaltet sich die Zusammenarbeit zwischen der bezirklichen Altenplanung, der Koordination der Stadtteilzentren, dem Seniorenservicebüro als Geschäftsstelle für das bezirkliche Netzwerk im Alter und der Koordination für Gesundheitsförderung. Folgerichtig hat sich das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf in seiner Sitzung am 28.07.2015 auf die Teilnahme des Bezirksamtes Marzahn-Hellersdorf am o. g. Wettbewerb verständigt.

Im Oktober 2012 veröffentlichte Befragungsergebnisse im Rahmen einer Studie zum Sportverhalten von Frauen im Bezirk lieferten erste datenbasierte Planungsgrundlagen für die bedarfsgerechte Ausgestaltung künftiger Angebote des Massen- und Vereinssports, insbe-sondere auch für die Altersgruppe 50 Jahre und älter/weiblich.

Eine vom Bezirksamt beauftragte und von der Uni Potsdam realisierte und noch nicht veröffentlichte "Sportverhaltensstudie Marzahn-Hellersdorf 2015" weist bedeutsame Ergebnisse mit Bezug auf die Zielgruppe 65 Jahre und älter aus:

  1. Diese Altersgruppe zeigt mit 73% eine hohe Aktivitätsquote (vor allem Radfahren, Spazierengehen, Fitnesstraining, Wandern und Gymnastik). Für Inaktivität sind oft gesundheitliche Probleme und fehlende Angebote ursächlich.
  2. 60% der Aktivitäten werden selbst organisiert, 17% kommerziell und 13% über Sportvereine. Dementsprechend sind vor allem Parkanlagen/Straßen und Radwege sowie Fitnessstudios Hauptorte der sportlichen Betätigung.
  3. Mit 77,8% spürt schon heute der Großteil der Sportvereine im Bezirk Marzahn-Hellersdorf die Auswirkungen des demografischen Wandels. 52,3% reagieren bereits auf die Folgen, etwa durch verstärkte Werbemaßnahmen, die Zusammenarbeit mit anderen Sportvereinen und Einrichtungen sowie mit neuen Sport- und Bewegungsangeboten. Deutlich ausbaufähig ist die Zusammenarbeit mit Senioreneinrichtungen, die bislang kaum bzw. noch nicht stattfindet.
  4. Zukünftige sportpolitische Handlungsfelder aus Vereinssicht sind u.a. die stetige Verbesserung der Qualifikation ehrenamtlicher Mitarbeiter, der Ausbau senioren- und gesundheitsorientierter Angebotsstrukturen und eine verstärkte Zusammenarbeit der Sportvereine untereinander. Dies ist eine gute Arbeitsgrundlage für die im Sportressort folgende kooperative Planungsphase, auch hinsichtlich Stärkung der Angebote des Vereinssports für die Zielgruppe der Seniorinnen und Senioren.

Demnach ergibt sich der Handlungsbedarf für die Entwicklung eines integrierten Handlungskonzeptes für Bewegungsförderung im Alter aus der kommunalen Altenplanung, die auf den Handlungsbedarf bei der Zielgruppe der älteren Menschen im Hinblick auf Bewegungsförderung verweist. Dabei sind bereits bestehende Strukturen, Akteure und Angebote einzubeziehen und, unter Einbeziehung der Ergebnisse der Sportverhaltensstudie, auszubauen (z.B. Kooperation zwischen Sportvereinen und sozialen Stadtteilzentren).

Konzeption, Ziele und Zielgruppen

Im Quartier Marzahn-NordWest besteht bereits ein integriertes Handlungskonzept zur Bewegungsförderung, welches seit 2010 im Rahmen des Projekts BLiQ umgesetzt wird. Bisherige Zielgruppen sind Kinder, Jugendliche und deren Familien. Die Planung und Ausgestaltung von Maßnahmen erfolgt über eine Steuerungsgruppe. Mitglieder sind, neben den Abteilungen Gesundheit und Jugend des Bezirksamtes, Kitas, Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Migrantenorganisationen und das Quartiersmanagement. Schwerpunkte der Projektarbeit sind der Ausbau von Strukturen und die Durchführung von Maßnahmen wie z. B. den Winterspielplätzen, der Sportaktionswoche und die Schulung von BLiQ-Trainer_innen.

Dieses Konzept wird im Rahmen des Programms Zukunftsinitiative Stadtteil II im Teilprogramm "Soziale Stadt gefördert und im Projektzeitraum 2014-2016 auf die Zielgruppe der älteren Menschen unter der Themenstellung "Bewegtes Altern im Quartier – Marzahn-NordWest bewegt sich" erweitert. Besonderes Augenmerk gilt dabei sozial benachteiligten Menschen und Migrant_innen sowie Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind.

Im Ergebnis der Weiterentwicklung des integrierten Handlungskonzeptes werden:

  • bestehende Strukturen, Netzwerke, Konzepte bzw. Datenerhebungen und Angebote identifiziert und aufgegriffen (auf Bezirks- und Quartiersebene),
  • Bedarfe und Bedürfnisse älterer Menschen, der Fachkräfte und Multiplikator_innen im Quartier erfasst und eingebunden,
  • Ältere und Fachkräfte aktiviert und motiviert, sich in die Entwicklung, Ausgestaltung und Umsetzung von Maßnahmen und Aktivitäten einzubringen bzw. gleichzeitig das Thema Bewegungsförderung im Alter in ihren Tätigkeitsfeldern aufzugreifen.

Der Strukturausbau orientiert sich dabei an der BLiQ-Steuerungsrunde und den Vernetzungsstrukturen im Stadtteil. In diesem Zusammenhang wurde die BLiQ-Steuerungsgruppe um Mitglieder aus der Seniorenvertretung, dem regionalen Netzwerk "Gemeinsam STATT EINSAM", dem Nachbarschafts- und Familienzentrum "Kiek in" und einer Wohnungsgesellschaft erweitert.

Das integrierte Handlungskonzept bietet somit die Basis, konkrete Angebote und Aktivitäten für Bewegungsförderung im Alter so zu gestalten, dass diese partizipativ entwickelt und langfristig sowie nachhaltig im Quartier implementiert sind. Maßnahmen und Aktivitäten sind dabei in die bezirkliche Altenplanung eingebunden. Zum anderen sind sie Bausteine in der Umsetzung der Leitlinien der Berliner Seniorenpolitik sowie der landesweiten Gesundheitsziele der Landesgesundheitskonferenz Berlin, welche Bewegungsförderung im Alter als zentrales Handlungsfeld definieren.

Vorgehen und Umsetzung

Der Aufbau von Strukturen und die Entwicklung von Strategien erfolgen systematisch und am Public Health Action Cycle orientiert. Dabei hat sich die BLiQ-Steuerungsgruppe gemeinsam mit dem Quartiersmanagement auf fünf Schwerpunkte verständigt.

  1. Erfassung der bereits vorhandenen Angebote zur Bewegungsförderung und Durchführung einer Bedarfsanlyse
  2. Durchführung von thematischen Informationsveranstaltungen für Seniorinnen und Senioren und Ausbau der Angebotspalette
  3. Erprobung und Implementierung von Spaziergangsgruppen
  4. Erweiterung des BLiQ-Trainerkonzeptes für die Zielgruppe der älteren Menschen
  5. Verknüpfung mit den Trimm-Dich-Inseln

Zur Umsetzung der Maßnahmen wurden aus dem BLiQ-Projekt Honorarmittel, Gelder für Anschaffungen von Materialien sowie zur Übernahme von Fahrkosten zur Teilnahme an Veranstaltungen eingeplant. Weitere benötigte Ressourcen wie z.B. die Bereitstellung von Räumlichkeiten, die Nutzung von Sporthallen und -geräten werden durch die BLiQ-Steuerungsgruppe und deren Partner akquiriert.

zu 1. Erfassung der bereits vorhandenen Angebote zur Bewegungsförderung und
Durchführung einer Bedarfsanalyse

Im Zuge der Erweiterung des Projekts BLiQ auf die Zielgruppe der älteren Menschen wurde das Werkstattformat "Bewegtes Altern im Quartier" des Zentrums für Bewegungsförderung (ZfB) Berlin genutzt, um Fachkräfte und Engagierte zum Thema Bewegungsförderung im Alter "an einen Tisch" zu bringen, der am 14. November 2014 tagte. Dabei wurden verwaltungsinterne Bereiche (Sport, Grünflächen und Altenhilfe) sowie verwaltungsexterne Akteuren (u. a. Sportvereine, Nachbarschafts- und Familienzentrum, lokale Initiativen und Vereine, Pflegestützpunkt) sowie ältere Menschen eingebunden (u. a. Seniorenvertretung).

Ein Schwerpunkt lag darin, Ansätze der soziallagenbezogenen Gesundheitsförderung und Good Practice-Kriterien (entwickelt durch den Kooperationsverbund Gesundheitliche Chancengleichheit) für die Teilnehmenden transparent zu machen. Zudem wurden Kriterien guter Praxis für Bewegungsförderung im Alter aus Sicht der Teilnehmenden zusammengetragen (z .B. weites Verständnis von Bewegung, Integration, sozialer Teilhabe, Beteiligung von Älteren). Beides wurde in der weiteren Planung von Strategien und Aktivitäten im Rahmen der Werkstatt berücksichtigt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Transparenz über Ressourcen im Quartier zum Thema Bewegung im Alter. Zum einen über Akteure und Multiplikatoren: ihre Verortung im Quartier wurde mit einer Stadtteilkarte visualisiert. Zum anderen im Hinblick auf niedrigschwellige Qualifizierungsformate (z. B. BLiQ-Trainer_innen, Kiezsportübungsleiter_innen), bestehende Bewegungsangebote (z. B. in Sportvereinen, sozialen Einrichtungen) sowie Bewegungsräume (z. B. Interkultureller Garten, Abenteuerspielplatz). Um diese Ressourcen besser nutzen zu können, äußerten die Teilnehmenden Bedarf an der Entwicklung von Strategien für integriertes Handeln. Ideen dafür lagen in der Verbesserung von Zugangswege zu Älteren durch z. B. Multiplikatoren- oder Lotsenkonzepte, Stadtteilerkundungen oder Wegeleitsysteme. Zudem sprachen sie sich für eine Belebung öffentlicher Räume im Quartier (z. B. der Trimm-Dich-Inseln) durch angeleitete Gruppenangebote aus, um so Maßnahmen der Verhaltens- und Verhältnisprävention im Quartier zu kombinieren.

Zur Beschreibung der Ausgangssituation sowie zur Erfassung der Bedarfe wurde die Dorfwerkstadt als externer Partner hinzugezogen. Im Ergebnis der Bestandsaufnahme, welche im November 2014 durchgeführt wurde, liegen für das Quartier umfassende Informationen zu Bewegungs- und Sportangeboten, Anbietern und deren Leistungsspektrum vor. Die sich daran anschließende Bedarfsanalyse wurde mittels Fragebogenaktion und Interviews für die Zielgruppe der älteren Bewohnerschaft im Januar 2015 durchgeführt. Die Ergebnisse wurden im Rahmen eines Workshops im Mai 2015 vorgestellt und diskutiert (s. Anlage). Wichtige Aussagen, die in die Planung von Angeboten einflossen, waren die Verknüpfung von Bewegungsangeboten mit anderen Angeboten, die Nähe zum Quartier und Kostenneutrali-tät zur Inanspruchnahme.

zu 2. Durchführung von thematischen Informationsveranstaltungen für Seniorinnen und Senioren und Ausbau der Angebotspalette

Das bereits im Nachbarschafts- und Familienzentrum "Kiek in" vorhandene Format der Informationsveranstaltungen wurde im Rahmen des Projektes um gesundheits- und bewegungsförderliche Themen erweitert. Die Auswahl der Themenschwerpunkte erfolgt mit dem Netzwerk "Gemeinsam STATT EINSAM". Durchgeführt wurden Informationsveranstaltungen zum Thema "Brain Gym" (November 2014) und "Nach dem Sturz ein Pflegefall-Nein Danke!" (September 2015). Weitere sind zu den Themen "COPD und gesunde Ernährung im Alter" sowie "Altersdepressionen - wie gehe ich damit um?" geplant. Darüber hinaus konnte das wöchentliche Bewegungsangebot des Netzwerkes "Gemeinsam STATT EINSAM" durch die Anschaffung von vier Mini-Trampolinen erweitert werden. Öffentlich vorgestellt wurden Möglichkeiten zu deren Nutzung auf dem BLiQ-Hüpftag im Rahmen der bezirklichen Gesundheitswoche im Juni 2014.

Das bereits im Nachbarschafts- und Familienzentrum "Kiek in" vorhandene Format der In-formationsveranstaltungen wurde im Rahmen des Projektes um gesundheits- und bewe-gungsförderliche Themen erweitert. Die Auswahl der Themenschwerpunkte erfolgt mit dem Netzwerk "Gemeinsam STATT EINSAM". Durchgeführt wurden Informationsveranstaltun-gen zum Thema "Brain Gym" (November 2014) und "Nach dem Sturz ein Pflegefall-Nein Danke!" (September 2015). Weitere sind zu den Themen "COPD und gesunde Ernährung im Alter" sowie "Altersdepressionen-wie gehe ich damit um?" geplant. Darüber hinaus konn-te das wöchentliche Bewegungsangebot des Netzwerkes "Gemeinsam STATT EINSAM" durch die Anschaffung von vier Mini-Trampolinen erweitert werden. Öffentlich vorgestellt wurden Möglichkeiten zu deren Nutzung auf dem BLiQ-Hüpftag im Rahmen der bezirklichen Gesundheitswoche im Juni 2014.

zu 3. Erprobung und Implementierung von Spaziergangsgruppen

Das bereits vorhandene Konzept des ZfB Berlin zu Spaziergangsgruppen entspricht dem Wunsch der Seniorinnen und Senioren nach wohnortnahen, niedrigschwelligen und kostengünstigen Bewegungsangeboten und konnte über das Projekt im Quartier umgesetzt werden. Auch hier erfolgte die Planung und Durchführung gemeinsam mit dem Nachbarschafts- und Familienzentrum "Kiek in" sowie dem Netzwerk "Gemeinsam STATT EINSAM". Im Jahr 2014 wurden vier ehrenamtlich begleitete Spaziergänge zu attraktiven Orten im Quartier und in das Wuhletal durchgeführt. Die Spaziergangsgruppen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Mobilisierung und Bewegungsförderung, zum Kennenlernen von Orten und fördern die Eigeninitiative älterer Menschen sowie die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

zu 4. Erweiterung des BLiQ-Trainerkonzeptes für die Zielgruppe der älteren Menschen

Im Rahmen der Werkstatt "Bewegtes Altern im Quartier" erfolgte der Austausch zu Trainerkonzepten wie den BLiQ-Trainern, Bewegungspaten und Kiezsportübungsleitern. Schwerpunkt in 2015 ist die Diskussion und Verständigung auf ein praktikables Qualifizierungsmodell, welches nach Beendigung des Projektes den Fortbestand von ehrenamtlich engagierten Menschen zur Durchführung von Bewegungsangeboten für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen sichert. In diesen Diskussionsprozess sind koordinierende Akteure der o.g. Trainerkonzepte sowie das ZfB Berlin eingebunden. Die Umsetzung einer Trainerschulung ist für 2016 geplant.

zu 5. Verknüpfung mit den Trimm-Dich-Inseln

In Marzahn-NordWest werden 2015/2016 die "Trimm Dich Inseln" mit Mitteln aus dem Baufonds des Programms Zukunftsinitiative Stadtteil II im Teilprogramm "Soziale Stadt gebaut. Zielsetzung der "Trimm-Dich-Inseln" ist die Verknüpfung von Bewegungsräumen und die Schaffung von niedrigschwelligen Bewegungsangeboten im Wuhletal. Der Ausschreibung gingen seit 2011 umfangreiche Vorbereitungen mit den Nutzergruppen voraus (Workshops, Vor-Ort-Begehungen und öffentliche Diskussionsrunden im Rahmen von Quartiersratssitzungen). Deren Ideen sind in die Planungen mit eingeflossen. Im betreffenden Gebiet entlang des Westparks und des Seelgrabens von der Hohenschönhausener Straße im Westen bis zur Kemberger Straße werden an mehreren Stationen für fast alle Altersgruppen neue Bewegungselemente aufgestellt, um die sportliche Betätigung für Jung und Alt und den Bewegungsdrang der Menschen zu fördern.

Ergebnisse und Erreichtes

Die Einbeziehung von Akteuren aus dem Quartier, der Zielgruppe sowie die Unterstützung durch externe Partner waren und sind wesentliches Element bei der gelingenden Planung und Umsetzung des Projektes einschließlich der Implementierung von Strukturen und Angeboten. Mit der BLiQ-Steuerungsrunde steht dem Quartier ein kompetentes Gremium für bewegungsförderliche Angebote und deren Vernetzung zur Verfügung. Das am Nachbarschafts- und Familienzentrum "Kiek in" angebundene regionale Netzwerk "Gemeinsam STATT EINSAM" ist ein fester Bestandteil der sozialen Infrastruktur und bewährter An-sprechpartner für die ältere Bewohnerschaft. Mit den BLiQ-Trainern stehen dem Quartier qualifizierte Bewohner_innen zur Unterstützung von bewegungsförderlichen Maßnahmen zur Verfügung.

Der in der Werkstatt formulierte Bedarf nach Strukturen, um die darin unterstützten Bewegungsangebote im öffentlichen Raum zu etablieren, floss ebenfalls in die Entwicklung des Landesprogramms Bewegung und Sport ein. Angestrebt wird eine kooperative Förderung auf Landesebene, welche – aufbauend auf lokalen Kooperationen zwischen Sportvereinen und sozialen Stadtteileinrichtungen – die Etablierung entsprechender Angebote unterstützt. Das Landesprogramm wird durch das ZfB Berlin und Senatsverwaltung für Inneres und Sport entwickelt und ist Teil des Aktionsprogramms Gesundheit, das die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales finanziert.

Im Rahmen des strukturierten Vorgehens, orientiert am Public Health Action Cycle, fand die Problembestimmung statt (Bestandsaufnahme, Bedarfsanalyse, Werkstatt), es wurden Strategien entwickelt, die zum Teil bereits umgesetzt werden (Spaziergangsgruppen, Informationsveranstaltungen) und zum Teil noch im Entwicklungsprozess sind (Multiplikatorenschulungen). Vor diesem Hintergrund sind die beschriebenen Ergebnisse und Erkenntnisse als ein erstes Fazit eines weiter zu entwickelnden Prozesses zu betrachten, d.h. das integrierte Handlungskonzept bietet sowohl aktuell als auch künftig eine gute Basis für kooperative, partizipative Entwicklung von Strategien und deren Umsetzung.

C Fragen zum Wettbewerbsbeitrag

C 1 Fragen zur gesamtkommunalen Einbindung des Wettbewerbsbeitrags

C 10 Gibt es zur Gesundheitsförderung und Prävention bei älteren Menschen in Ihrer Kommune eine schriftliche Gesamtkonzeption?: 
ja
nein
C 11 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag in diese Gesamtkonzeption eingebunden?: 
ja
nein
C 12 Hat sich der (Ober-)Bürgermeister bzw. Landrat öffentlich für Ihren Wettbewerbsbeitrag eingesetzt?: 
ja
nein

C 2 Fragen zur Konzeption und Ausrichtung des Wettbewerbsbeitrags

C 20 Gibt es zu Ihrem Wettbewerbsbeitrag ein schriftliches Konzept? : 
ja (bitte als Anlage beifügen)
nein
C 21 Sind die Präventionsziele Ihres Wettbewerbsbeitrags detailliert festgelegt?: 
ja
nein
C 22 Wurde vor der Zielfestlegung eine Ausgangs- und Bedarfsanalyse erstellt?: 
ja
nein
C 23 An welche Gruppen richtet sich Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
junge Alte (55-Jährige bis 65-Jährige)
ältere Menschen (über 65-Jährige bis 80-Jährige)
hochbetagte Menschen (über 80-Jährige)
gesundheitlich/mobilitäts-eingeschränkte ältere Menschen
pflegebedürftige ältere Menschen
aktive und mobilitätsstarke ältere Menschen
ältere Migranten/Migrantinnen
sozial benachteiligte ältere Menschen
Pflegende (Angehörige)
Multiplikatoren
Weitere
C 24 Welche Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung von älteren Menschen stehen in Ihrem Beitrag im Mittelpunkt?: 
kommunale Konzepte zur Bewegung- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Maßnahmen und Angebote zur Erreichung alltagsbezogener Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Bewegungsräume/Bewegungsparcours im Quartier, in Parks und Grünanlagen
barrierefreie und bewegungsförderliche Gestaltung des öffentlichen Raums
wohnortnahe Infrastrukturen
(Weiter)Entwicklung und Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs
(Weiter)Entwicklung und Ausbau von Mobilitätshilfediensten
Stärkung der Gesundheits- und Bewegungskompetenz sowie des Wissens um die gesundheitliche Bedeutung körperlicher Aktivität bei älteren Menschen
Unterstützung von Akteuren in der Kommune bei der Planung und Durchführung von Maßnahmen zur Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen
Weitere
C 25 Verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag einen generationenübergreifenden Ansatz?: 
ja
nein
C 26 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag geschlechtsspezifisch/geschlechtersensibel ausgerichtet?: 
ja
nein
C 27 Ist Ihr Wettbewerbsbeitrag auf Beteiligung, Engagement und Selbsthilfe älterer Menschen ausgerichtet?: 
ja
nein
C 28 Welche Strategie der Bewegungs- und Mobilitätsförderung bei älteren Menschen verfolgt Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
Verhaltensprävention
Verhältnisprävention
Verhaltens- und Verhältnisprävention
C 29 An welche Settings und Einrichtungen knüpft Ihr Wettbewerbsbeitrag an?: 
Senioreneinrichtungen/-freizeitstätten
Altenheime
Reha-Einrichtungen
Ambulante Pflegedienste
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Nachbarschaftshäuser/Stadtteilzentren
Quartiere
Weitere

C 3 Fragen zur Umsetzung des Wettbewerbsbeitrags

C 30 Welche Akteure aus Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Beitrags?: 
Gemeinde-, Stadt- bzw. Kreisrat
Bürgermeister bzw. Landrat
Gesundheitsamt
Sozialamt
Sportamt
Stadtplanungsamt
Grünflächenamt
Seniorenbeauftragte
Gleichstellungsbeauftragte
Weitere
C 30a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Organisationseinheit Qualität, Planung, Koordination
C 31 Welche verwaltungsexternen Akteure beteiligen sich wesentlich an der Umsetzung Ihres Wettbewerbsbeitrags?: 
Ärzte
Apotheken
Krankenversicherungen
Krankenhäuser
Altenheime/Pflegeheime
Reha-Einrichtungen
ambulante Pflegedienste
Seniorenberatungsstellen
Seniorenfreizeitstätten
Sportvereine
Bildungseinrichtungen (Schule, VHS u.a.)
Stadtteilzentren/Nachbarschaftshäuser
Quartiersmanagement
Wohlfahrtsverbände
Kirchen
Migrantenorganisationen
Selbsthilfeeinrichtungen
Lokale Medien
Sponsoren
Stiftungen
Weitere
C 31a Wenn "Weitere"... Welche?: 
Seniorenvertretung; Wohnungsgesellschaft
C 32 Gibt es schriftliche und verbindliche Vereinbarungen zur Vernetzung und Kooperation der Akteure?: 
ja
nein
C 32a Wenn ja, welche?: 
BLiQ-Kooperationsvereinbarung
C 33 Welche Laufzeit hat Ihr Wettbewerbsbeitrag?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
C 34 Wie lange ist die Finanzierung des Wettbewerbsbeitrags gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
C 35 Wird der Wettbewerbsbeitrag in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
C 35a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation
C 36 Werden im Rahmen der Umsetzung Ihres Beitrags von anderen entwickelte Projekte und Maßnahmen übernommen und eingesetzt?: 
ja
nein
C 36a Wenn ja, welche?: 
Spaziergangsgruppen, Werkstatt ZfB Berlin
C 37 Sind umgekehrt im Rahmen Ihres Beitrags entwickelte Projekte und Maßnahmen andernorts übernommen und eingesetzt worden?: 
ja
nein
C 37a Wenn ja, welche?: 
BLiQ-Trainer, Winterspielplätze

D Einzelprojekte

Einzelprojekts Nr. 1

D 11 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 12 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 13 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 14 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 14a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation

Einzelprojekts Nr. 2

D 21 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 22 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 23 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 24 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 24a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation

Einzelprojekts Nr. 3

D 31 Welche Laufzeit hat das Projekt?: 
bis zu zwei Jahre
mehr als zwei Jahre (aber befristet)
Dauerangebot
D 32 Wie lange ist die Finanzierung des Projektes gesichert?: 
offen
bis zu zwei Jahre
dauerhaft
D 33 Wie wird das Projekt finanziert?: 
kommunale Mittel
Landesmittel
Bundesmittel
europäische Mittel
Mittel von Krankenversicherungen
Stiftungsmittel
Sponsorengelder
Spenden
Weitere
D 34 Wird das Projekt in seiner Qualität und Zielerreichung überprüft und bewertet bzw. evaluiert?: 
ja
geplant
nein
D 34a Wenn ja: 
Selbstevaluation
Fremdevaluation

E Anlagen